FAHRBERICHT NISSAN MICRA 1,2 I-WAY: HOHER ANSPRUCH

Von Jens Riedel

Nissan Micra 1,2 I-WayDer Nissan Micra gehört mittlerweile seit sieben Jahren zum Straßenbild und hat sich als Stadt- und Zweitwagen fest etabliert. Seine letztendlich schnörkellose und runde Form verleiht ihm ein nahezu zeitloses Äußeres. Daran hat auch die Modellüberarbeitung im Jahr 2008 zum Glück nichts geändert.
Durch den zusätzlichen Chromschmuck, die neuen Scheinwerfer und die schwarz abgesetzte B-Säule wirkt der kleine Nissan aber edler und erwachsener. Das gilt in besonderem Maß für den Micra I-Way, der seit einem halben Jahr die Ausstattung Acenta und Tekna sowie die 25-Jahr-Edition ersetzt und nicht mit Ausstattung geizt.


Trotz seiner nur 3,72 Meter Länge weist der kleine Nissan ein für diese Größe recht beachtliches Kofferraumvolumen von rund 250 Litern auf, die man ihm von außen gar nicht ansieht. Es dürfen sogar 120 Liter mehr sein, wenn man die Rücksitzbank nach vorne zieht. Doch das System auch in diesem Fall ist wegen der Kleinwagenverhältnisse nicht ganz überzeugend. Der Raumgewinn im Kofferraum ist eher bescheiden, die Einschränkung der Beinfreiheit im Fond dafür umso einschneidender. Sicher wäre es sinnvoller gewesen stattdessen klappbare Sitze zu montieren, zumal beim Umlegen der Rückenlehne eine mächtige Stufe stört.
Der Micra I-Way ist mit dem Multimediasystem „Connect“ ausgestattet und strahlt auch sonst im Innenraum einen Hauch Luxus aus. Die leicht geriffelte Struktur des Hartplastiks verleiht dem Kunststoff des Armaturenbretts eine durchaus angenehm wirkende Oberfläche. Der Chromlook für die Instrumente, die Klima- und Belüftungstasten sowie an Schaltknauf und Türgriffen unterstreichen den Anspruch auf ein wenig Wertigkeit und Wohlgefühl hinter dem Lenkrad des vor allem für die Stadt konzipierten Autos. Ein Lederlenkrad mit Tasten für das Audiosystem, die Freisprecheinrichtung und den Bordcomputer, sechs Lautsprecher und ein Speed Limiter, der vor Überschreiten einer vorher eingestellten Höchstgeschwindigkeit warnt, tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei. Die Außenspiegel sind elektrisch verstell- und beheizbar. Eine Klimaanlage ist ebenfalls an Bord, und das Navigationssystem verfügt nicht nur über die Auswahlmöglichkeit zwischen schnellster und kürzester Route, sondern führt auf Wunsch auch über die ökonomischste Strecke.

Die Zahl der Ablagen, darunter auch eine größere mitten auf dem Armaturenbrett, geht in Ordnung. Auch unter dem Beifahrersitz befindet sich Platz. Die Seitenfächer in den Türen fallen allerdings recht schmal aus und insbesondere hinten sehr klein aus. Die Bedienelemente sind so gut wie selbst erklärend, vor allem die Heizung erfreut durch übersichtliche Bedienbarkeit. Die Sitze sind ausrechend straff gepolstert und bieten annehmbaren Seitenhalt. Einmalig ist der Blick durch die Frontscheibe bei Dunkelheit. Die beiden Erhebungen für das Standlicht an der Oberseite der Scheinwerfer liegen leuchtend zu beiden Seiten im Blickfeld des Fahrers und vermitteln ein besonderes Gefühl. Besonders edel wirkt der kleine Nissan in der Lackierung, die auch wunderbar mit den serienmäßigen 16-Zoll-Leichtmetallfelgen des I-Way harmoniert.

Etwas nervig ist das viele Gepiepe beim Verlassen des Autos: Licht angelassen? Schlüssel vergessen? Nicht abgeschlossen? Und auch der Warnton für den Gurt beim Einsteigen gehört zur schnellen und aufdringlicheren Sorte.

Die 59 kW / 80 PS als zweite Leistungsstufe des 1,2-Liter-Motors sind der mageren Basismotorisierung mit ihren 48 kW / 65 PS klar vorzuziehen. Zwischen 2000 und 3000 Umdrehungen liegt ausreichend Durchzug für den automobilen Alltag an. Darüber ist noch ausreichend Reserve für Überholmanöver vorhanden. Der Schalthebel ist angenehm hoch platziert und liegt gut in der Hand. Das Fahrwerk ist neutral und schwächelt auch bei schnellerer Kurvenfahrt kaum. Die Federung spricht ebenfalls mehr als zufriedenstellend an. Sie ist komfortabel abgestimmt, ohne zu weich zu wirken. Der Bordcomputer meldete Durchschnittsverbräuche, die zwischen 5,5 und 6,7 Litern betrugen und damit durchaus im Normbereich lagen.

Die schlechte Nachricht: Der Nissan Micra I-Way hat ein großes Manko. Er kommt trotz seines hohen Anspruchs ohne ESP daher. Das steht nur optional für 660 Euro und in Verbindung mit Kopfairbags für vorne und hinten zur Verfügung. Da hätten wir uns lieber die Sicherheitsfeatures als Standard gewünscht und die Multimediasystem gegen Aufpreis. (ampnet/jri)

Daten: Nissan Micra 1,2 I-Way

Länge x Breite x Höhe (m): 3,72 x 1,66 x 1,54
Motor: Vierzylinder-Benziner, 1240 ccm
Leistung: 59 kW / 80 PS bei 5200 U/min
Max. Drehmoment: 110 Nm bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h): 10,4 Sekunden
Verbrauch (nach EU-Norm): 5,9 Liter
CO2-Emissionen: 139 g/km (Euro 4)
Leergewicht/Zuladung: min. 1032 kg/ max. 443 kg
Kofferraum: 251 – 982 Liter
Anhängelast (gebremst): 800 kg
Wendekreis: 9,7 m
Preis: 15 460 Euro (3-Türer: 14 860 Euro)

Quelle: auto-medienportal.net

2 Responses to FAHRBERICHT NISSAN MICRA 1,2 I-WAY: HOHER ANSPRUCH

  1. cecilia sagt:

    Das liest sich SEHR nach einem Auto für mich. Danke für die Info und einen schönen Tag!

  2. copycat sagt:

    Guter Bericht, macht Laune aufs Auto, könnte was für mich sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: