WIE WIRD DAS AUTO DER ZUKUNFT AUSSEHEN? VON CARLOS GHOSN

Carlos Ghosn, Nissan CEONachfolgend lesen Sie eine Stellungnahme, die vom Vorsitzenden und CEO der Renault-Nissan Allianz, Carlos Ghosn, beim Weltwirtschaftsforum in Davos (Schweiz) verfasst wurde.

Zur Zeit befindet sich das Automobil an einem wichtigen Wendepunkt. Seit mehr als einem Jahrhundert hält es die industrielle Wirtschaft auf der ganzen Welt am Laufen, es steht für mobile Feiheit und für die Verwandlung in eine moderne Gesellschaft. Aber der Erfolg hat auch seinen Preis: eine steigende Zahl von Unfällen, Staus und der Schadstoffausstoss sowie die Abhängigkeit vom Öl.

Unsere Herausforderung heutzutage ist es, die negativen Folgen zu verringern und schließlich zu beseitigen. Wir wollen hin zu einer sauberen und effizienten Beförderung von Menschen auf der ganzen Welt.

Wir gestalten das Auto für eine neue Ära um – wir müssen uns mit drei Hauptthemen befassen: Sicherheit, Umverträglichkeit und Bezahlbarkeit. Aber die Autokonzerne können das nicht alleine machen. Wir werden Partnerschaften mit anderen brauchen: mit den Regierungen und anderen Branchen, wenn das Auto eine Quelle des Wohlstands, des Fortschritts und der Freiheit bleiben soll.

Sicherheit
Jedern Tag sterben mehr als 3.000 Menschen durch Autounfälle in der ganzen Welt. 91 % der Verkehrstoten weltweit sind in Ländern mit niedrigerem Einkommen zu beklagen, obwohl diese nur etwa die Hälfte des Fahrzeugsbestand weltweit stellen.

Zum Beispiel hat Frankreich vier Mal mehr Fahrzeuge als Indien, aber Indien hat zwanzigmal mehr Verkehrstote.

In Europa hat sich die Zahl der Verkehrstoten halbiert, während sich der Bestand der Fahrzeuge im gleichem Zeitraum verdoppelt hat. Zur Reduzierung der Verkehrstoten haben am meisten Anti-Blockier-System und elektronische Stabilitätskontrolle beigetragen.

Weitere Technologien werden entwickelt um tödliche Unfälle zu vermeiden.

Das autonome Fahrzen ist der nächste Schritte bei der Erhöhung der Fahrzeug- und Verkehrssicherheit. Renault und Nissan arbeiten gemeinsam an ergänzenden Technologien, die Kollisionen vorausberechnen, erkennen und damit verhindern können. Dieser ganzheitliche Ansatz verspricht maximalen Schutz für die Menschen in und außerhalb des Autos.

Mit Hilfe der politischen Entscheidungsträger, die klare gesetzliche Regelungen schaffen könnten, könnten diese Technologien Verkehrstote für immer verhindern. Diese Technologien versprechen auch größere Freiheiten der Mobilität für Senioren und Behinderte und sie werden den Stress beim Fahren im dichten Verkehr und an unbekannten Orten reduzieren helfen.

Umwelt
Automobile sind an etwa 23 % der gesamten CO2-Emissionen in der Welt beteiligt. Diese Treibhausgase werden meistens mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht. Vor fünfzehn Jahren bewertete die Renault-Nissan Allianz die Umweltauswirkungen unserer Fahrzeug über den gesamten Lebenszyklus: den Treibhauseffekt auf das Klima, die Abgasemissionen auf die öffentliche Gesundheit in Ballungsräumen sowie die Auswirkungen bei der Verwendung von knappen Rohstoffen.

Als Ergebnis dieser Bewertung ist eine Investition der Allianz in Höhe von mehr als 4 Milliaren Euro in Null-Emissions-Technologien.getätigt worden. Heute sind wir der einzige Autokonzern, der eine ganze Palette von Null-Emissionen-Autos und leichten Nutzfahrzeugen in Masse produziert. Renault und Nissan haben gemeinsam mehr als 100.000 Fahrzeuge weltweit verkauft – mehr als alle anderen großen Automobilhersteller zusammen.

Eine der Herausforderungen der Gesellschaft ist es nun, diese Fahrzeuge in ein effizienteres und sauberes Stromnetz einzubeziehen durch die Erhöhung von Wasserkraftenergie zum Beispiel als Ersatz für Strom aus Kohlekraftwerke. Dazu werden wir auch die Unterstützung der lokalen und nationalen Regierungen brauchen um mit der Industrie zusammenzuarbeiten, damit Null-Emissionen-Fahrzeuge in eine breitere Beförderungsinfrastruktur integriert werden können.

Gemeinsam können wird dafür sorgen, dass Autos keine Auswirkungen mehr auf die Umwelt haben.

Bezahlbarkeit
Brasilien, Russland, Indien und China hatten im Jahre 1999 nur einen Anteil von 8 % an weltweiten Fahrzeugumsatz. Im Jahre 2012 haben alleine diese vier Ländern ein industrielles Volumen von 35 %.

Das enorme Umsatzwachstum in diesen Märkten ist zum Teil damit zu erklären, dass die Autohersteller zunehmend bezahlbare Autos für Erst- und kostenbewusste Käufer in der rasant ansteigenden Mittelschicht anbieten. Die CMF-A-Plattform der Allianz, die in Indien entworfen und hergestellt wurde. wird dem Weg für weitere erschwingliche Fahrzeuge in Schwellenländern ebnen.

Fazit
Wir sollen nicht die wichtige Rolle vergessen, die das Automobil beim Wirtschaftswachstum und bei der Freiheit der Mobilität in mehr als 100 Jahren gespielt hat. Wenn die globale Automobilindustrie ein Land wäre, wäre sie die sechstgrößte Ökonomie weltweit – größer als das Bruttoinlandsprodukt von Brasilien – und mit mehr als 50 Mio. Arbeitsplätzen.

Unsere Herausforderung ist es, sicherzustellen, dass das Automobil ein Fahrzeug des Fortschritts und des Wohlstands auf der ganzen Welt bleibt bis weit ins 21. Jahrhundert.

In Zusammenarbeit mit anderen Automobilherstellern, der Industrie und den Regierungen haben wir die Möglichkeit, das Auto für eine neue Ära neu zu erfinden, hin zu einer nachhaltigen Mobilität für alle.

Quelle: Nissan | Übersetzung: RRBM

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