VORSTELLUNG NISSAN CUBE: KUBISMUS NACH JAPAN-ART

Autor: Hans H. Grassmann, auto-reporter.net

Nissan CubeDer Mut zu außergewöhnlichen Formen ist in der Autoindustrie nicht gerade ausgeprägt. Wer es dennoch einmal wagt, muss sich meistens in der Verkaufsstatistik mit einer Exotenrolle begnügen. Doch es gibt auch Ausnahmen wie zum Beispiel den kompakten Nissan Cube, der nach seiner Einführung 2002 in Japan schnell zum Kultobjekt avancierte. Nun steht er als Linkslenker endlich auch in den Ausstellungsräumen der deutschen Nissan-Händler und wirft die spannende Frage auf, ob das Kubismus-Design à la Japan auch vom europäischen Käufer goutiert wird.

Mit seiner eckig-quadratischen Form polarisiert der Nissan Cube. In der jetzt dritten Generation hat er zwar mit 3,98 Meter Länge um 25 Zentimeter zugelegt, weckt aber immer noch Assoziationen an einen Schuhkarton, den allerdings eine markante Front und ein breites, asymmetrisches Heck auszeichnen. Das mag man oder auch nicht. Es ermöglicht aber auf jeden Fall einen überraschend großzügig dimensionierten Innenraum für fünf Personen, der mit Liebe zum Detail fast an ein bürgerliches Wohnzimmer erinnert.


Die Vordersitze sind breit und kommod und verfügen über ausreichend Sitzfläche, und die im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbare und zudem um 24 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank wirkt wie ein dreisitziges Sofa. Es ist wie im Kino etwas höher installiert als die Vordersitze und beschert den Fond-Insassen eine bessere Rundumsicht. Und auch der Blick nach oben ist durch ein fest installiertes Panorama-Glasdach möglich. Neben einem konventionell ausziehbaren Rollo gibt es hier eine sehr japanische Lösung für heiße Sommertage: eine Shoji-Jalousie, die an das traditionelle japanische Reis-Papier erinnert. Durch sie gelangt Licht gefiltert ins Innere, ohne dass dadurch die Aufheizung forciert würde.

Neben einem übersichtlich gestalteten Instrumententräger und ergonomisch ohne Fehl und Tadel angeordneten Hebel und Schalter erfreuen viele praktische Ablagen sowie zahlreiche von der Natur inspirierte Details. Als besonderen Gag gibt es optional eine oberhalb der Mittelkonsole platzierte Ablagematte aus langflorigem Teppich. Der Laderaum ist mit 403 Litern klassengemäß. Schiebt man die Rückbank zurück, schrumpft das Volumen allerdings auf 260 Liter, und auch die erlaubte Zuladung von etwas mehr als 400 Kilo ist etwas knapp ausgefallen.

Für den Vortrieb stehen ein 1,6-Liter Benzin- und ein 1,5-Liter-Dieselmotor zur Verfügung. Mit jeweils 81 kW/110 PS besitzen sie die gleiche Nennleistung. Der Selbstzünder ist kombiniert mit einem manuellen Sechsganggetriebe, für den Ottomotor steht neben der serienmäßigen Fünfgangbox ein stufenloses X-tronic-CVT-Getriebe im Angebot, das bei ersten Fahrten einen guten Eindruck hinterließ.

Natürlich ist der Cube vorwiegend für die Stadt konzipiert, ist aber auch bei einer Höchstgeschwindigkeit von jeweils 175 km/h sowie Beschleunigungswerten von null auf 100 km/h in 11,3 (Benziner) bzw. 11,9 Sekunden auf Autobahnen und Landstraßen in seinem Element. Dank eines auf europäische Verhältnisse abgestimmten recht komfortablen und dennoch dynamischen Fahrwerks sowie leichtgängiger Lenkung machten selbst zügig durchfahrene Kurven-Kombinationen Spaß. Wird man zu übermütig, greift das serienmäßige ESP helfend ein.

Darüber hinaus ist der Cube, den es in nur einer Ausstattungsstufe gibt, serienmäßig mit vielen Sicherheits- und Komfort-Features versehen. Sechs Airbags, eine manuelle Klimaanlage, eine Geschwindigkeitsregelanlage mit Begrenzer, elektrische Servolenkung, elektrische Fensterheber und eine Doppel-DIN-Radio-CD-Kombination mit AUX-Eingang sowie MP3- und Bluetooth-Schnittstellen gehören u.a. dazu. Die Preise zwischen 18.000 (Benziner, Fünfgang-Getriebe) und 20.000 Euro (Diesel) sind daher fair. Drei weitere Optionspakete dienen der Individualisierung, belasten aber entsprechend das Budget.

Quelle:
Text: auto-reporter.net
Fotos: Nissan

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