URS HUBER UND KONNY LOOSER HOLEN VIERTEN ETAPPENSIEG / FELDERER/CATTANEO RÜCKEN AUF DRITTEN GESAMTRANG VOR / BINDER/TROESCH TRIUMPHIEREN

CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSANDie beiden Schweizer Urs Huber und Konny Looser haben mit ihrem Sieg auf der sechsten Etappe der CRAFT BIKE TRANSALP powered by NISSAN eindrucksvoll ihren Anspruch auf den Titel untermauert. Das Team Stöckli beendete die 73,39 Kilometer und 3.156 Höhenmeter von Alleghe (ITA) nach San Martino di Castrozza (ITA) nach 3:33:48,5 Stunden und baute damit seine Führung im Ranking weiter aus. Zweite wurden Mike Felderer und Johnny Cattaneo von der italienischen Paarung Full-Dynamix (3:35:00,1). Auf Rang drei folgte das Team Bulls (3:35:20,6) mit Karl Patt (GER) und Thomas Dietsch (FRA), die als Gesamtzweite vor den letzten beiden Etappen nunmehr einen Rückstand von rund 3:15 Minuten auf die Gelben Trikots haben.

Die hatten vom Start weg, nach dem Ende der neutralisierten ersten Kilometer, gleich im ersten Anstieg auf die Forcella Celat das Tempo angezogen und durchweg hoch gehalten, um den Verfolgern möglichst keine Möglichkeiten für Attacken zu eröffnen.


„Wir haben gedacht, Angriff ist die beste Verteidigung“, erklärte dazu Konny Looser im Ziel. „Wir haben uns gut gefühlt und hatten extrem gute Beine.“ Aufgrund der hohen Geschwindigkeit zog sich das Feld dann recht schnell auseinander und forderte auch prominente Opfer. Kurz hinter Falcade waren dann nur noch die Männer in den Gelben Trikots gemeinsam mit den Teams von Bulls und Full-Dynamix unterwegs.

Selbst hartgesottene Profis wie Hannes Genze (GER) und Andreas Kugler (SUI) von Multivan Merida Biking als auch die beiden Italiener Massimo de Bertolis und Johann Pallhuber von Silmax Autopolar Cannondale mussten abreißen lassen. Das Team des Ex-Weltmeisters traf es besonders hart: am Ende verlor es acht Minuten und den dritten Platz im Gesamtranking an Full-Dynamix.

Doch mit der kleinen Spitzengruppe gaben sich die beiden jungen Schweizer nicht zufrieden. Am Ende des Aufstiegs zum Passo Pellegrino attackierte das Team Stöckli erstmals und konnte sich zunächst weiter absetzen. „Das war die letzte schwere Etappe. Da haben wir eigentlich mit einem Angriff der Konkurrenz gerechnet. Als die nicht kam, haben wir halt vorgelegt“, so Urs Huber.

Zwar konnten die beiden Full-Dynamix-Piloten Mike Felderer und Johnny Cattaneo das Loch in der Abfahrt wieder zufahren. Doch im finalen Anstieg zur Baita Segantini setzte das Team Stöckli einen weiteren und dann auch erfolgreichen Nadelstich, der am Ende mit dem vierten Etappensieg belohnt wurde. Dementsprechend zufrieden präsentierte sich Konny Looser: „Es ist super gelaufen. Wir haben das Rennen komplett bestimmt, waren immer präsent.“

Konkurrenz zollt Respekt
Das spürte auch das zweitplatzierte Duo Full-Dynamix, das zwar alles probiert hatte, sich letztlich aber geschlagen geben musste.

„Wir sind auch voll auf Angriff gefahren. Aber im letzten Anstieg waren die beiden einfach zu stark und hatten den halben Gang mehr. Da war nichts zu machen“, fasste Mike Felderer zusammen.

Der Südtiroler war aber nicht wirklich enttäuscht, auch wenn das ursprüngliche Ziel bei nur noch zwei ausstehenden, verhältnismäßig leichten Etappen, nicht mehr erreicht werden kann.

„Wir sind natürlich gestartet, um zu gewinnen. Aber das war nach einem Plattfuß an Tag eins und einer kleinen Krise von Johnny (Cattaneo) an Tag zwei schon gelaufen. Deswegen sind wir sehr zufrieden, dass wir heute den dritten Gesamtrang erobern konnten.“

Ähnlich sah es der Französische Meister in Diensten von Team Bulls, das heute ebenfalls wieder zu den Geschlagenen gehörte. „Ich bin am Limit gefahren und hätte gerne angegriffen. Aber Team Stöckli war zu stark. Aber ich bin froh, vorne mit dabei zu sein“, so Thomas Dietsch.

Binder/Troesch attackieren bei den Damen
Auch bei den Damen fuhren die beiden Top-Duos heute voll auf Angriff. Vor allem das Team Felt Ötztal X-Bionic/Rotwild versuchte die Chance zu ergreifen, um auf der zweitschwersten Transalp-Etappe dieses Jahres in den neuen Etappenort San Martino di Castrozza den Rückstand auf die beiden Wertungsführenden von den Mountain Heroes zu verkürzen.

Am Ende sprang dann auch der dritte Tageserfolg für Natascha Binder (GER) und Danièle Troesch (FRA) heraus (5:09:51,9) und damit ein Vorsprung von 3:23 Minuten auf die auf Platz zwei einfahrenden Trägerinnen der Pinken Trikots (5:13:29,4).

„Wir haben uns heute gesagt, dass es unsere Etappe ist und wollten einfach mal schauen, was geht“, so Natascha Binder nach dem Zieleinlauf. Aufgrund der geglückten Attacke des deutsch-französischen Duos haben Martina Miessgang (AUT) und Katrin Neumann (GER) nun nur noch 2:10 Minuten Vorsprung.

Das Podium bei den Damen rundeten die Schweizerinnen Manuela Jenny und Susanne Tanner vom Velorado Racingteam als Dritte ab (5:21:29,4).

Bölts/Strobel mit starkem Auftritt bei den Mastern
Auch bei den Mastern konnte das auf Rang zwei liegende Duo den Abstand auf die Wertungsführenden verringern. Udo Bölts und Andreas Strobel bewältigten die heutigen 73 Kilometer und über 3.000 Höhenmeter in 3:57:45,2 Stunden und verkürzten damit den Rückstand im Klassement um neun Minuten.

Allerdings liegen die heute, trotz technischen Problemen und Sturz (Zörweg), auf Platz zwei klassierten Österreicher Heinz Zörweg und Silvio Wieltschnig von Factory Cube (4:06:53,0) weiterhin mehr als zwölf Minuten vor ihren deutschen Verfolgern von Centurion-Vaude.

Eine Tatsache, die der ehemalige Radprofi Udo Bölts wie folgt kommentierte: „Der Vorsprung ist zu groß, das muss man neidlos anerkennen. Die beiden sind stark gefahren und wissen auch, wie sie das nach Hause bringen.“

Claudio Segata und Claudio Pellegrini von Trento Iii beendeten die Etappe ins Trentino als Dritte (4:10:11,7) der Masterklasse.

Team Trient-Südtirol bei den Senior Mastern nicht zu schlagen
Silvano Janes und Walter Platzgummer von Trient-Südtirol haben auch die sechste Etappe für sich entschieden (4:05:14,5) und sind damit weiterhin die unangefochtenen Träger der Grünen Leaderjerseys.

Die beiden im Gesamtranking auf Platz zwei und drei liegenden Duos Zweirad Janger Simplon (4:29:31,0) mit den Österreichern Erich Pross und Erwin Dietrich sowie Craft And Friends (4:51:07,5) mit Walter Perkmann (ITA) und Georg Niggl (GER) sicherten sich auch im Tagesklassement den zweiten und dritten Rang.

Sundstedt/Bresser mit fünftem Sieg bei den Mixed-Duos
In der Mixed-Klasse haben Pia Sundstedt (FIN) und Carsten Bresser (GER) von Craft-Rocky Mountain ihren fünften Etappensieg gefeiert (4:18:36,3) und die Konkurrenz einmal mehr deutlich abgehängt.

Milena Landtwing (SUI) und Martin Kiechle (GER) von Centurion-Vaude wurden Zweite (4:23:24,8), während sich Kristina Weber (GER) und Daniel Jung (ITA) von dem Mountain Heroes den dritten Platz sicherten (4:34:26,1).

Vorschau Etappe 7: San Martino di Castrozza (ITA) – Trento (ITA)
Nach der heutigen zackigen Prüfung der Physis bringt die vorletzte Etappe einen echten Test der Psyche. Denn knapp 2.600 Höhenmeter auf fulminanten 122 Kilometern Länge haben es in sich.

Von San Martino geht es gleich in den Berg – auf einer langen Schotterauffahrt hinauf ins Skigebiet der Malta Tognale. Dann folgt ein zum Teil nicht fahrbarer, weil in der ersten Hälfte verblockter Trail hinab nach Caoria. Im Anschluss wartet ein weiteres Highlight des achttägigen Etappenrennens: der Passo Clinque Croci, eine alte Militärstraße, die schon vor Jahren Teil der Transalp-Route war.

Nach der Abfahrt ins Val Sugana, geht es zunächst auf einem Radweg zügig bis zum Caldonazzo See, dann auf der berühmten Via Claudia Augusta nach Campreghieri und Vattaro und später bergab ins Ziel in Trento.

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