UNREGELMÄSSIGKEITEN BEI BONUSABRECHNUNG: NISSAN KÜNDIGT HÄNDLERVERBANDSPRÄSIDENT

Nissan-LogoAutor: Michael Knauer, automobilwoche.de

Paukenschlag im Nissan-Händlernetz: Dem Unternehmen des langjährigen Verbandspräsidenten Peter Gerards ist am Donnerstag vom Importeur Nissan Deutschland fristlos gekündigt worden. Dies erfuhr die Automobilwoche aus dem Umfeld des Unternehmens.

Die Duisburger Ruhrdeichgruppe, an deren Spitze Gerards seit 1995 steht, soll bei der Abrechnung von Kundenzufriedenheitsdaten über mehrere Jahre hinweg falsche Angaben gemacht haben. Diese Daten waren Grundlage zur Berechnung der Bonuszahlungen an das Autohaus.

Nissan Deutschland räumte den Vorfall ein und zeigte sich konsterniert. Die Daten zur Kundenzufriedenheit seien “im großen Ausmaß” manipuliert worden, erklärte das Unternehmen am Donnerstag. “Durch diese Manipulationen ist Nissan Center Europe, aber auch der Nissan-Handelsorganisation, ein erheblicher finanzieller Schaden entstanden”, hieß es in einer knappen Stellungnahme. Die Vertrauensgrundlage sei zerstört, deshalb habe sich Nissan in Einklang mit den geltenden Compliance-Regeln entschieden, der Ruhrdeich-Gruppe am 13. Februar 2014 die fristlose Kündigung auszusprechen.

Gerards: Vertriebsmitarbeiter handelten eigenmächtig
Peter Gerards erklärte am Abend, er sei “fassungslos über diese Entwicklung.” Verantwortlich für die fehlerhaften Kundenbefragungsdaten seien die verantwortlichen Vertriebsmitarbeiter. Sie hätten schriftlich erklärt, dass ihre Alleingänge ohne Absprache und Kenntnis der Geschäftsführung erfolgt seien. Dies habe an dem Druck gelegen, der auf ihnen laste. Nun seien diese Mitarbeiter fassungslos, welche Konsequenzen ihr Handeln nach sich ziehe.

Gerards kündigte an, alle möglichen Rechtsmittel gegen die außerordentliche Kündigung prüfen zu lassen. “Wir hatten über all die Jahre eine einwandfreie und sogar sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Nissan Deutschland.” Er bedauere die “Mitarbeiterverfehlung” außerordentlich.

Gerards fügte indes hinzu, seine Position als Präsident des Händlerverbandes könne eine Rolle bei der Kündigung gespielt haben.

Die Ruhrdeich-Gruppe entstand 1980 in Duisburg aus verschiedenen Autohäusern in der Region. Sie beschäftigt heute 260 Mitarbeiter in 14 Filialen und ist Vertragshändler der Marken Nissan, Kia, Citroen, Peugeot, Toyota und Honda.

Quelle: automobilwoche.de | Autor: Michael Knauer | Foto: Nissan

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