TEST NISSAN NOTE 1.2 DIG-S – KLEINER STREBER MACHT AUF DICKE HOSE

Nissan Note 1.2 DIG-SKlein, günstig aber trotzdem schnell. Davon träumen viele
Führerscheinneulinge und genau das ist auch die Triebfeder für Modelle wie Seat Ibiza Cupra, VW Polo GTI oder Ford Fiesta ST. Dieser illustre Kreis könnte nun Gesellschaft bekommen, denn Nissan-Motorsport hat dem Note Muskeln antrainiert. Doch auch wenn Nissan Note Nismo bisher nur eine Studie ist, profitiert davon auch das Serienmodell, zumindest optisch.

Sportanzug made by Nismo
Der Nissan Note war für mich immer ein eher unspektakuläres Familienauto. Das hat sich in der zweiten Generation jedoch grundlegend verändert. Nicht nur, weil Nissan dem Note Assistenzsysteme verbaut, die sonst keiner in der Klasse zu bieten hat bzw. hatte, sondern auch weil der Note plötzlich zum schicken Sportler wird bzw. werden kann. Die zweite Generation des Nissan Note wurde generell etwas dynamischer gezeichnet, was vor allem an Kühlergrill, Scheinwerfern und der flacheren A-Säule auffällt. Dadurch wirkt der Minivan zwar schicker, zum vermeintlichen Sportler macht ihn erst das „Innovation-Sportpaket“ mit Stoßfängern, Dachspoiler, Kühlergrill, Scheinwerfern und Felgen im Stil der Nismo-Studie.

Schwacher Motor
Die Optik macht durchaus Eindruck, doch sobald der Motor zündet verpufft jegliche Illusion. Denn der 1.2-Liter-Dreizylinder meldet sich mit einem derart dünnen Stimmchen, dass man sich das höhnische Grinsen schon arg verkneifen muss. Dabei sind dessen 98 PS eigentlich ausreichend für das Einsatzgebiet des Minivans. Leistung und vor allem Sound stehen nur im krassen Missverhältnis zur Krawall-Optik des Nissan Note mit Sportpaket.

Denn wirklich aus der Hefe kommt der Note erst bei mehr als 4.000 U/min, dann liegen die vollen 147 Nm Drehmoment des Benziners an. Wer versucht den Note entsprechend seiner Optik zu bewegen, braucht daher stets hohe Drehzahlen und jede Menge Sprit. Ähnliches gilt für Autobahnpassagen, wo der Note oberhalb von 120 km/h ins Schwitzen kommt, gefühlt seinen Treibstoff zur Verdunstungs-Kühlung verwendet, so schnell sinkt dann die Tankanzeige gen null. Angeblich schafft der Note 181 km/h, bei dem Verbrauch frage ich mich nur, wie lange?

Assistenten für die Stadt
Wie bei den meisten Minis spielt der Note seine Stärken eher in der Stadt und auf der Landstraße aus. Zwar hatte ich mir auch hier von einem knapp 100 PS starken Kompressormotor etwas spritzigere Fahrleistungen erwartet, wenn man aber gemäß den Vorgaben des Eco-Modus unterwegs ist, sinkt der Verbrauch auf unter fünf Liter (Hersteller: 4,3 l). Generell spielt der kleine Japaner seine Stärken immer dann aus, wenn es eng wird. Mit nur 4,10 m Länge wieselt sich der Note flink durch den dichten Verkehr. Spurhalte-Assistent und Totwinkel-Assistent verhindern unliebsame Berührungen mit anderen Verkehrsteilnehmern. Auch das Ein- und Ausparken gerät im Note kinderleicht, biete er eine 360-Grad-Kamera-Draufsicht aufs Auto sowie Parksensoren, die auch vor Querverkehr warnen.

Platz und Ausstattung
Zudem bietet der Nissan Note mit 325 bis 1.495 Litern viel Platz auf engstem Raum. Die Passagiere im Fond dürfen sich über verschiebbare Sitze und somit auch üppige Beinfreiheit freuen. Im Cockpit finden sich beim Note viele Details, die früher in größeren Modellen wie dem Qashqai verbaut worden sind. Auch das Lenkrad ist ein altbekanntes, liegt gut in der Hand und ist übersichtlich gestaltet. Ungewöhnlich ist die Ausformung der Klimaanlage sowie die bunt wabernde Beleuchtung des Armaturenbretts, die je nach Fahrweise die Farbe wechselt. Wer sparsam fährt, erntet grüne Leuchtpunkte.

Fazit
Bitte Nissan, gebt dem Note auch einen Motor, der seiner sportlichen Optik gerecht wird, dann aber in Verbindung mit sechs Gängen. Denn der 1.2-Liter-Dreizylinder ist wirklich nur zur freudlosen Fortbewegung geeignet. Fahrspaß ist dem Note hingegen fremd. Dabei macht der Nissan Note im Trainingsanzug eine wirklich gute Figur. Der Note punktet mit ordentlichen Platzverhältnissen, einer Vielzahl von Assistenzsystemen, die auch heute in der Klasse nicht zum Standard gehören. Zumindest wenn man zum Basispreis von 13.990 Euro die knapp 6.000 Euro Aufpreis für die Topausstattung Tekna entrichtet. Dann sind neben den Sicherheitsfeatures auch noch Teilledersitze und das Nissan Connect Navigationssystem an Bord. Inklusive Sportpaket kam mein Testwagen auf 21.510 Euro.

Technische Daten Nissan Note 1.2 DIG-S

Fünftüriger Minivan
Länge/Breite/Höhe (m): 4,14/1,70/1,54
Radstand (m): 2,60
Motor: Dreizylinder Benziner
Hubraum: 1.198 ccm
Leistung: 72 kW/98 PS bei 5.600 U/min
max. Drehmoment: 147 Newtonmeter bei 4.400 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 181 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:
11,7 s
Test-Verbrauch: 4,8 l/100 km
Verbrauch Hersteller: 4,3 l/100 km
CO2-Ausstoß Hersteller: 99 g/km
Schadstoffklasse: EURO 5
Energieeffizienzklasse: A
Gewichte/Zuladung
Leergewicht: 1.125 – 1.250 kg
zul. Gesamtgewicht: 1.570 kg
Zuladung: 230 – 445 kg
Kofferraumvolumen: 325 – 1.495 Liter
Basispreis ab 13.990 Euro
Preis Testwagen: 21.510 Euro
Voraussichtliche Kosten pro Jahr
Steuer: 24,00 Euro
Kraftstoff*: ca. 1.116 Euro
*Kraftstoffkosten bei 1,55 Euro/Liter Super-Benzin und einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometer

Quelle: auto.de

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