SA-DAKAR: HEIMLICHER SIEGER – DESSOUDE BESTER BENZINER, NISSAN UND VIZE-T2

marathonrally.com

Ein heimlicher Sieger trat traditionell in rot an – und setzte auf bewährte Technik: Dessoude aus Frankreich. Das Inhaber-geführte Unternehmen von André Dessoude war früher nur auf Nissan und Nissan-Pendants spezialisiert, war Partner des Nissan Werksteams 2003 und 2004. In diesem Jahr setzte man neben sechs Nissan auf einen Buggy und erstmals ein Motorrad.

Bewährte Technik heisst: Dessoude setzte auf einen Ex-Werks Nissan Navara 2003, einen Ex-Werks Nissan Prototyp 2004, zwei betagte Nissan Pathfinder T2 (seriennah), einen Nissan Paladin (China X-Trail) auf Pathfinder-Basis T1 (Prototyp) sowie einen umgebauten US-Buggy im Kleinformat.


“Stars” des Teams waren zweifellos der ehemalige FIA World Cup Sieger Christian Lavieille und sein Beifahrer Jean-Michel Polato im Dessoude Nissan Proto, einer der letzten Fahrzeuge seiner Art. 2009 ging einer der weiterentwickelten Werks-Prototypen auf der 1. Südamerika Dakar in Flammen auf, damals pilotierte Lavieille ebenfalls.

Doch in diesem Jahr lief es rund für die symphatische, mehrsprachige Crew. Der Proto, bereits mehrfach Sieger der Pharaonen-Rally, hielt trotz einiger brenzliger Momente, dazu war auch das Glück den beiden hold. Am Ende Platz 8 in der Gesamtwertung, bester Benziner und bestes Privatteam (X-raid wird von der ASO als Semi-Werksteam geführt).

Lavieille war entsprechend glücklich: “Mission erfüllt! Es war lang, es war schwer und sehr anspruchsvoll für Fahrzeug und Team. Wir haben bewiesen, das auch wir schnell und effizient unterwegs sein können – das war eine schöne Widergutmachung für die Ausfälle der letzten Jahre. Und besonders eine Belohnung für alle, die an der Weiterentwicklung des Fahrzeuges mitgewirkt haben.”

Während der China-Pathfinder-X-Trail, der 2003er Navara Pickup und der erste T2-Pathfinder sowie das Motorrad (alle privat eingesetzt) bis zur 9. Etappe nach und nach ausfielen, brachte Kunde Fréderic Chavigny seinen T2-Pathfinder ins Ziel – und auf Platz 23 insgesamt. Nicht nur das: Er machte hinter dem Japaner Jun Mitsuhashi im Werks-Toyota den T2-Vize-Titel klar, wurde bester T2-Benziner und einziger verbliebener Nicht-Toyota der T2-Wertung.

Ex-Freeclimbing Weltmeisterin Isabelle Patissier machte die zufriedene Runde komplett und schaffte es mit ihren Buggy gemeinsam mit Lebensgefährte und Navigator Thierry Delli-Zotti ebenfalls ins Ziel. Sie erreichte mit dem 3. Platz in der Buggywertung das Podium, insgesamt fuhr sie mit Platz 16 auch in die Top 20.

“Wenn man gewinnt, findet man selten die passenden Worte – witzigerweise geht das einfacher wenn man verliert” freute sich Teamchef André Dessoude im Ziel. “Das war eine erfolgreiche Dakar für unser Team. Die Rally war hart und lang, unsere Fahrer, Beifahrer, Mechaniker und Teammitglieder sind oft an ihre Grenzen gegangen. Leider hatten wir auch Ausfälle, wie 176 andere Teams. Das unterstreicht, wir schwer die Rally war. Aber es ist dennoch unser bestes Teamergebnis, und das wird für immer in meiner Erinnerung bleiben.”

Wäre André Dessoude ein Deutscher – er wäre ein Schwabe. Inhabergeführt entscheidet er bei Nissan Dessoude, arbeitet hart, pfiffig – und manchmal auch sehr emotional. Auch weil die Absage der Dakar 2008 das Team finanziell hart traf entschied er: “Bewährte Technik weiter entwickeln statt neue Prototypen bauen – und dazu die Kooperation mit China ausbauen.” Was von vielen oft belächelt wurde, hat sich in diesem Jahr für ihn und sein Team gelohnt.

Quelle: marathonrally.com

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