PHARAONS RALLY: DAS DUELL HAT BEGONNEN – UND EIN TAG VOLLER ÜBERSCHLÄGE

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Pharaons Rally 2010Die Pharaonen Rally 2010 hat begonnen – und das gleich gewaltig. Knapp ein Fünftel aller Autos (!) blieb schon in der ersten Hälfte der ersten Etappe auf der Strecke, zum Glück fast alle reparabel. Überschläge, Einschläge, Umkipper, Technische Schäden. Auch die ersten Motorradfahrer erwischte es – doch mehr dazu später.

Die erste Tag begann mit dem “legendären” Showstart auf einer grossen Rampe vor den Pyramiden und der Sphinx in Giza, dazu hatte sich zahlreich regionale Prominenz versammelt. Gleich im Anschluss ging es in die erste Etappe über 366 Kilometer in Wertung. Ziel war ein offenes Wüstencamp ca. 50 Kilometer nördlich der Oase Baharija (knapp 250 Kilometer südwestlich von Cairo).


Die Etappe sollte eigentlich “zum Eingewöhnen” werden – schnell, navigatorisch eher einfach (überwiegend nach Kompasskurs). Die Strecke bestand aus 100 Prozent Offroad, keine Pisten, fester Boden mit kleinen Steinen und Hügeln, ab und zu erste hohe Dünengürtel, die einfach nur überquert werden mussten. Nichts Besonderes eigentlich, eben sehr schnell zu fahren.

Doch in dieser Region wird immer mehr Öl entdeckt, ergo spriessen die Bohrstationen nur so aus dem Boden. Um diese zu erreichen, werden immer mehr Pisten kreuz und quer geschoben – und genau die waren heute ausgerechnet das Problem. Denn die Pisten werden mit Sandwällen gegen den Wind gesichert, eben diese Sandwälle durchbrachen nun immer wieder quer die Highspeed-Strecke.

Es sollte auch prominente Starter treffen. Das erhoffte Battle zwischen Jean-Louis Schlesser und Eric Vigouroux begann spannend, gleich nach dem Start ging Schlesser mit seinem Buggy (V8-Chevrolet Motor) in Führung. Vigouroux holte auf, überholte Schlesser und führte daraufhin bis zum CP2. Kurz darauf übernahm Schlesser wieder die Führung. Vigouroux war einen Moment abgelenkt, übersah eben einen dieser Wälle: Der Franzose mit Wohnsitz USA hob regelrecht ab, der SCORE-Chevrolet katapultierte sich aus der Bahn und überschlug sich.

“Wir waren so im Battle, dann kam der Wall, es war einfach zu spät” berichtet Vigouroux. Er und Navigator Alex Winocq blieben zum Glück unverletzt, doch der Buggy war arm dran. Dämpfer kaputt, zwei Reifen kaputt, hintere Verkleidung weggerissen, Dach leicht eingedrückt. “Mein erster Crash mit dem Auto – auf der ersten Etappe, bei meiner ersten Pharaons. Mist. Aber wir fahren morgen weiter” so der US-Franzose.

Schlesser übernahm die Führung nun mit weitem Abstand, erst satte 15 Minuten hinter ihm kamen Teamkollege Francois Lethier und Konstantin Zhilthov. Doch “peng”: An einer Kuppe erwischte es dann auch den zweiten Schlesser-Ford. Wie schwer war bis zum Abend nicht bekannt, nur das Fahrer und Beifahrer unverletzt blieben. “Wir fahren jetzt raus und holen das Auto” erklärte Teamchef Jean-Louis Schlesser nur kurz. Er selbst fand die Strecke klasse: “Unheimlich schnell, genau richtig für unseren Buggy.”

So war es am Ende der Italiener Maurizio Traglio, der mit seinem Tecnosport Nissan die zweite Position des Tages einfuhr, mit 03:15:42 exakt 15:42 Minuten hinter “Le Patron” Schlesser. Platz 3 ging an das japanisch-belgische Duo Jun Mitsuhashi und Alain Guehennec im Werks-Toyota Land Cruiser 200.

Auch bei den Motorrädern gab es erste Ausfälle, die jedoch glimpflich (Armbruch) abliefen. Sieger auf zwei Rädern wurde Francisco “Chaleco” Lopez (Aprilia RXV450) aus Chile (03:18:32) vor Helger Rodrigues (Portugal, Yamaha WR450, 03:23:39) und dem Italiener Alessandro Zanotti (Aprilia RXV450, 03:31:59). Favorit Marc Coma leistete sich ein langes Duell mit dem Polen Jakub Przygonski, schaffte es hinter ihm als Fünfter ins Ziel.

Die gute Nachricht für alle deutschen Fans: Der Deutsche Tim Trenker schaffte es heute mit seiner KTM 690 Rally von 81 gestarteten Motorrädern auf Platz 9 der Tages- und Gesamtwertung. Er bewältigte die Strecke in 03:47:48 Stunden, 29:16 Minuten hinter dem Tagessieger Francisco “Chaleco” Lopez.

Die zweite Etappe am Dienstag führt die Teilnehmer über 371 Kilometer in Wertung weiter in den Süden. Vom aktuellen Camp Bir Karaween geht es zuerst in die Dahkla Oase, dann westlich weiter bis nach Abu Mingar.

Quelle: marathonrally.com

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