NISSAN TAMA EV VON 1947

Nissan Tama Electric Car (1947)

Das Nissan-Restaurierungsteam von Masahiko Isobe erklärt die einzigartigen Eigenschaften des Elektrofahrzeugs Tama, einschließlich der Arbeit der Flugzeugingenieure, die halfen, den Weg für die Nissan-Modellpalette von Null-Emissions-Fahrzeugen zu ebnen. Der Tama EV wurde im Jahre 1947 hergestellt. Es stellt sich die Frage, warum dieses Fahrzeug hergestellt wurde?

Etwa zu dieser Zeit verlor Japan den Krieg und Benzin wurde limitiert sowie die industrielle Produktion von den allierten Besatzungstruppen eingeschränkt. Die Ingenieure aber, insbesondere die Flugzeugingenieure, dachten unter Berücksichtigung der Logistik- und Transportsysteme über die Herstellung eines Automobils nach.

Der Tama EV wurde komplett von den Ingenieruen von Nissan Motor, Prince Motor, hergestellt, früher bekannt als Tachikawa Airplane bekannt. Die Industrie lag nach dem Krieg in Trümmern und folglich war an eine Produktion nicht zu denken. Auch Zuhause waren nichts als Glühbirnen und Radios vorhanden. Aber in den Bergen gab es elektrische Kraftwerke und Wasserkraft, damit konnte Strom rasch erzeugt werden. Die Idee, Autos mit überschüssigen Strom anzutreiben war somit geboren und der Nissan Tama EV wurde gebaut.

Die Formensprache des Fahrzeugs lässt erkennen, dass Flugzeugingenieure bei der Entwicklung geholfen haben zum Beispiel bei der Form der Motorhaube. Sie lässt sich nach oben aufklappen und nicht wie üblich zu dieser Zeit von rechts und links nach oben schwingend. Die Klappe öffnet sich wie das Maul eines Krokodils und wurde deshalb als Alligator-Typ bezeichnet.

Ein solches Auto war zu dieser Zeit konkurrenzlos. Weil es anders war, wurde es schlecht gemacht und als unattraktiv bezeichnet. Aber wenn man heute schaut, werden die Motorhauben der heutigen Autos alle nach oben aufkilappt. Die Designer hatten eine andere Sichtweise darauf, denn durch die neue Art der Öffnung, kann der Motor besser gewartet werden. Die Haube konnten sie nicht nochmal pressen, sie glätteten sie und schnitten die besten Teile heraus und passten alle Teile an. So entstand die Form.

Ein weiterer Punkt ist die Windschutzscheide. Sie ist komplett flach. Heutzutage sind die Scheiben gewölbt. Für die Scheibenwischer und Spiegel gab es noch keine Sicherheitsstandards und aus diesem Grunde konnte man eine solche Scheibe verwenden. Zu dieser Zeit waren alle Autos so ausgerüstet. Wenn sie ein Auto dieser Ära restaurieren, alle Bauteile würden passen.

Ein anderes Merkmals des Fahrzeug ist, dass die Blinker aus- und einklappen. Das waren die Fahrtrichtungsanzeiger. Der populäre Begriff für diese Art von Blinker war zu dieser Zeit “Apollo”. Apollo war der Firmenname des Herstellers. Apollo hat das Produkt importiert und dann mit einer Produktionslizenz in Japan hergestellt. Während und nach dem Krieg wurde dieser Fahrtrichtungsanzieger auch bei großen Bussen installiert.

Als das Auto restaurierten wurde, hat man darauf geachtet, dass die gleiche Technik und Ausstattung verwendet wird wie die angesprochenen Fahrtrichtungsanzeiger, die Wischer und die Scheinwerfer. Dieser Scheinwerfer hat einen anderen Linsenschnitt als heute üblich. Diese Linse ist eine von nur 10 in ganz Japan. Es ist eine extrem wertvolle Linse. Sie würde bei einer Auktion Tausende von Dollar einbringen.

Für diejenigen, die sich mit alten Fahrzeugen auskennen, wissen, dass die Scheinwerfer in der Regel nicht auf diese Weise befestigt wurden. Die Scheinwerfer waren normalerweise rund und auf den Kotflügeln befestigt. Das Design für die Scheinwerfer des Fahrzeugs ist gewollt. Sie sind so installiert, wie der Motor unter den Flügeln eines Flugzeuges. Und dann gibt es noch das Horn auf der Stoßstange, dass auf der Rückseite verschweißt ist. Die Form wurde mit einem Hammer gemacht ohne Einsatz von Hitze. Reifenhersteller in England haben die Größe der Reifen nachmachen können, die für das Auto benötigt wurden.

Der Nissan Tama EV wird mit einem Gleichstrom-Motor angetrieben. Direkt von der Batterie wechselt der elektrische Strom durch den Widerstand zum Gaspedal. Es ist ein einfaches Auto. Es unterscheidet sich vom Nissan Leaf. Der überschüssige Strom hier wird sofort in Wärme umgewandelt und freigesetzt. Deshalb gibt es in in gewissem Maße einen Kühler, der die Heizenergie umwandelt.

Automoile ahmten in den Anfängen den Kutschen nach und wurden aus Holz hergestellt. Der Nissan Tama EV ist auch aus Holz. Darüber ist eine Stahlschicht. Das war zu dieser Zeit eine übliche Konstruktion. Wie bei vielen anderen Teilen auch, war es ein üblicher Aufbau.

Nissan Tama EV – Technische Daten:
Baujahr: 1947
Gesamtlänge / Breite / Höhe: 3.035 mm / 1.230 mm / 1.630 mm
Radstand: 2.000 mm
Leergewicht: 1.100 kg
Sitzplätze: 4
Reichweite pro Aufladung: 65 km
Motor (36V): DC-Serie in Serie geschaltet, bei 3,3 kW (4.5 PS)
Batterien (Kapazität): Blei-Säure-Batterie (40V/162Ah)
Höchstgeschwindigkeit (wirtschaftlichste Geschwindigkeit): 35 km/h (28km/h)

Quelle: Nissan

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