NISSAN ROADSTER-TRADITION: DIE SCHÖNEN UND DIE WILDEN

Nissan Fairlady Roadster– 40 Jahre Nissan in Deutschland
– Erster asiatischer Roadster-Hersteller
– Fairlady als globaler Markenbotschafter

Heute verkörpert der Nissan 370Z Roadster die ultimative Begeisterung der japanischen Traditionsmarke für Frischluft-Fahrspaßmaschinen. So ist der weltweit erfolgreiche 370Z Roadster der derzeit einzige japanische Sonnensucher der Supersportwagenliga und zugleich jüngster offener Sportwagen einer über 60-jährigen Roadster-Geschichte. Mit dieser großen Tradition offener Zweisitzer besitzt Nissan eine Alleinstellung unter den asiatischen Herstellern.

Roadster waren die ersten Autos aus Asien, die weltweites Aufsehen erregten. Den Anfang machte der Nissan DC-3, der zugleich als erster asiatischer Sportwagen Geschichte schrieb. Vor 60 Jahren berichtete die internationale Presse begeistert über den kleinen Open-Air-Star von Nissan, als dieser beim ersten internationalen Sportwagen-Rennen in Japan zum Publikumsliebling avancierte. Der gerade einmal 15 kW/21 PS leistende DC-3 trat damals gegen ein weit überlegenes Starterfeld aus schnellen europäischen und amerikanischen Supersportwagen an.

Dennoch gelang es dem robusten kleinen Samurai, die bis zu zehnmal stärkeren Konkurrenten zumindest immer in Sichtweite zu behalten und das Rennen ohne Defekt zu beenden. Entsprechend begehrt war die Startauflage des Roadsters, dessen Formensprache noch an offene Nissan-Zweisitzer der Vorkriegszeit erinnerte und englischen Roadstern jener Jahre nicht ganz unähnlich war. Sogar in Japan stationierte amerikanische Soldaten begeisterten sich für den winzigen Roadster und exportierten den DC-3 in ihre Heimat.

Wirklich bekannt in Nordamerika wurde Nissan aber erst Ende der 1950er Jahre durch eine neue und wegweisende Roadster-Reihe, den Nissan Fairlady. Als Speerspitze einer weltweiten Exportoffensive sorgte diese muskulös gezeichnete Sportwagen-Serie bis 1970 für Schlagzeilen und große Stückzahlen. Schon die erste Roadster-Entwicklungsstufe auf dem Weg zum Fairlady – der seinen Namen dem damals weltweit erfolgreichen Musical „My Fair Lady“ verdankt – war ein technischer Trendsetter. So debütierte der zweifarbig lackierte Zweisitzer S 211 im Jahr 1958 mit einer leichtgewichtigen Fiberglas-Karosserie. Fahrwerk und Motor wurden zwar aus dem Mittelklasse-Modell Bluebird übernommen, waren aber bereits motorsportgetestet. Immerhin hatte der Bluebird mit einem Sieg beim 16.000-Kilometer-Langstreckenrennen in Australien Geschichte geschrieben.

Auf den S 211 folgten die elegant gezeichneten Sportcabrios SP 212 und SP 213, die als erste japanische Sportwagen mit Linkslenkung vorgestellt wurden. Ihre Mission war Werbung für Nissan in den USA und Erfolge auf Straße und Strecke gegen die dominierenden englischen Roadster und italienischen Spider. Noch kamen die Racer aus dem Land der aufgehenden Sonne allerdings nicht über Achtungserfolge hinaus, daran änderte auch die feminine Modellbezeichnung Fairlady nichts.

Im Jahr 1961 war es dann soweit. Auf der Tokyo Motor Show debütierte der Fairlady Roadster SPL 310 mit Formen, die der international bekannte Nissan-Designer Hidehiro Lizuka gezeichnet hatte. Das Premierenpublikum war begeistert vom neuen Auftritt des Fairlady mit fast endlos langer Motorhaube, auffälligem Powerdome, dezenten Radhausverbreiterungen und zeitlos eleganten Linien. Als 1962 ein englischer Sportwagen mit ähnlichen Konturen vorgestellt wurde und zum bis dahin meistverkauften offenen Zweisitzer aller Zeiten aufstieg, unterstrich dies nur die Faszination und Weitsicht, die von Lizukas Entwurf für den Fairlady ausging. Tatsächlich zählte auch der nur 3,95 Meter lange Nissan zu den erfolgreichsten Roadstern der 1960er Jahre. Motorsportsiege machten ihn zum Markenbotschafter und mit gelungenen Formen und günstigen Preisen fungierte er als Vorreiter bei der Erschließung neuer Märkte, nun auch in Europa. Hier eroberte der Fairlady unter den maskulineren Bezeichnungen Sport 1600 und Sport 2000 die Herzen von Roadsterfans und Amateur-Rennfahrern, zunächst in den Benelux-Ländern sowie in der Schweiz und in Österreich.

Unter dem „fliegenden Finnen“ Hannu Mikkola fuhr der Fairlady 2000 bei der Rallye Monte Carlo 1968 auf einen beachtlichen dritten Platz in seiner Klasse. Zu den schnellsten zählte der Nissan mit modernem 2,0-Liter-Vierzylinder-Motor mit oben liegender Nockenwelle auch auf den Autobahnen. 107 kW/145 SAE-PS ließen den leichtgewichtigen Sportler fast allen Konkurrenten davon fahren und die 200-km/h-Marke knacken. Für gute Verzögerungswerte sorgten Scheibenbremsen, und die Straßenlage des Roadsters galt als so souverän, dass sich auch Amateurrennfahrer für den Fairlady begeisterten. Rund 50.000 Roadster konnte Nissan bis 1970 verkaufen, ein stolzes Ergebnis, mit dem anfangs niemand gerechnet hatte, das aber von der nächsten Fairlady-Generation noch übertroffen werden sollte. Nun aber nicht mehr als Roadster, sondern als Sportcoupé 240Z. Ein Revival feierten die Roadster schließlich 2004 mit dem Nissan 350Z, dem Vorgänger des aktuellen 370Z.

Quelle: Nissan

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