NISSAN PRAIRIE – DIE VARIABILITÄT DES RAUM

Nissan Prairie 1985– 40 Jahre Nissan in Deutschland
– Erster Kompakt-Van mit Allradantrieb
– Erster Van ohne B-Säule

Mit kreativem Karosseriekonzept und kraftvollem Allradantrieb verstand sich der Nissan Prairie als Kampfansage an die etablierte Kompaktklasse. Weltweit einzigartig waren nicht nur die hinteren Schiebetüren ohne B-Säule für freien Zutritt zum Fond. Eine Vorreiterrolle übernahm das variable Familien- und Freizeitfahrzeug vor 30 Jahren auch als Begründer des Van-Segments.

Während der deutsche Fußball in den 1970er Jahren durch Günter Netzer die Tiefe des Raums zum Wohle erfolgreichen Spiels entdeckte, entlockte das japanische Nissan Entwicklungszentrum dem Raum im Automobil völlig neue Möglichkeiten. Vorgestellt wurde das Konzept eines 4,09 Meter kurzen Vans mit vielfältig nutzbarem Innenraum erstmals auf der Tokyo Motor Show 1981. Zwei Jahre später feierte der Nissan Prairie als immer noch futuristisches Familienauto Premiere auf der Frankfurter IAA.

Zukunftsweisend war allein schon die Flexibilität des Fahrzeugs. Wurde die hintere Sitzbank umgeklappt, wuchs die Ladefläche von 0,75 auf 1,44 Meter, was einem Gepäckvolumen von 436 bis 1.850 Litern entsprach. Sogar bis zu zwei Meter lange Sportgeräte konnten untergebracht werden, wenn der Raum auf der rechten Seite bis zum Beifahrerfußraum genutzt wurde. Eine große und gemütliche Liegefläche als Nachtquartier für zwei Personen ergab sich dagegen, wenn alle Sitzlehnen umgelegt wurden. So viele großzügige Möglichkeiten der Raumgestaltung konnte damals kein anderer Kompakter bieten. Und auch das reine Ladevolumen wurde in der Kompaktklasse sonst nur von Kleintransportern erreicht. Diese verfügten allerdings weder über den Komfort noch über so viele Ablagefächer und Boxen wie der Prairie, der sogar Trendsetter war bei Utensilien wie Schubfächern unter den Sitzen.

Vielleicht noch revolutionärer als die Karosserie der kompakten Raumlimousine war jedoch das clevere Türkonzept, mit dem der Prairie seiner Zeit 30 Jahre vorausfuhr. Als erster Kompakt-Van verzichtete der Nissan auf die störende B-Säule und schob die Fondtüren weit auf. Durch die Kombination aus vorderen Klapp- und hinteren Schiebetüren entstand beim Prairie eine fast 1,50 Meter breite Öffnung, die einen besonders komfortablen Einstieg in den Fond erlaubte. Völlig neuen freien Zugang ins Interieur boten die Portale auch bei der Beladung. Sportgeräte, Kindersitze oder neue Kleiderschränke aus dem Möbelhaus konnten jetzt wahlweise durch die Heckklappe oder die Schiebetüren verstaut werden. Möglichst keine Abstriche machen sollte der Nissan ohne klassische B-Säule bei den Sicherheitsstandards. Dazu wurden Dach- und Bodengruppe durch massive Querträger verstärkt.

Eine Alleinstellung bei den kompakten Familien- und Freizeitfahrzeugen erhielt der Prairie auch durch besonders großzügig dimensionierte Fensterflächen, die vorne wie hinten fast perfekte Rundumsicht von über 300 Grad ermöglichten. Für Vortrieb sorgte das Motorenprogramm aus 1,8-Liter und 2,0-Liter-Vierzylinder-Benzinern mit Leistungswerten zwischen 65 kW/88 PS und 77 kW/105 PS. Fast schon Crossover-Talente entfaltete die kantige und kastenförmige gestaltete Raumlimousine dagegen, wenn der zuschaltbare, optionale Allradantrieb bestellt wurde. Damit war der Prairie präpariert für Exkursionen in den Schnee, zum Sandstrand oder für die Bewältigung vergleichsweise schwerer Anhängelasten. Seiner Zeit fuhr der Prairie übrigens so weit voraus, dass Nissan den sonst üblichen Modellzyklus von vier auf acht Jahre verdoppelte, bis 1989 der Prairie Pro den Stab übernahm.

Quelle: Nissan

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