NISSAN MIT BREITER BRUST NACH SACHSEN

FIA GT1 Lausitzring 2011– Nach Doppel-Sieg in Portimao reist Nissan selbstbewusst nach Sachsen
– GT-R-Mannschaft von JR Motorsport liegt auf Platz 2 der Teamwertung
– Portugal-Sieger Krumm/Luhr gehen mit 45 Kilo Zusatzgewicht ins Rennen

Beim dritten Lauf zur FIA GT1-WM im portugiesischen Portimao gelang Nissan am letzten Wochenende der erste Saisonsieg. Insgesamt belegten Nissan-Piloten fünf der sechs möglichen Podiumsplätze, nachdem im Qualifying-Lauf am Samstag zunächst drei GT-R-Teams das Podium okkupiert hatten. Im Hauptrennen am Sonntag reichte es für Nissan dann für die Plätze Eins und Drei: Die Vortages-Sieger Peter Dumbreck/Richard Westbrook mussten zwar – in Führung liegend – nach 27 Runden ihren GT-R mit Antriebsdefekt abstellen. Doch Michael Krumm im knapp dahinter liegenden zweiten Auto des Teams JR Motorsport war blitzschnell zur Stelle und holte sich mit Hilfe seines neuen Partners Lucas Luhr den ersten FIA GT1-Sieg seiner Karriere. Im Ziel lag die deutsche Paarung über fünf Sekunden vor dem zweitplatzierten Aston Martin. Es folgte auf Platz drei der erste der beiden GT-R des Teams Sumo Power Racing, pilotiert von David Brabham und Jamie Campbell-Walter.

Nur eine Woche nach dem aus Nissan-Sicht triumphalen Wochenende geht es für die insgesamt 18 Teilnehmer am kommenden Wochenende auf dem 3,7 km langen Sachsenring in den vierten WM-Lauf des Jahres. Der einstige Straßenkurs geht in seinen Ursprüngen auf das Jahr 1927 zurück, wurde aber seitdem mehrmals umgebaut – zuletzt 2002. Die bei Hohenstein-Ernstthal (zwischen Chemnitz und Zwickau) gelegene permanente Rennstrecke hat 14 Kurven und erinnert mit ihren hügeligen Passagen an den Nürburgring. Ist die Strecke im ersten Teil, der in Form eines Omega bergab um einen Hügel führt, eng und kurvig, dominieren im zweiten Teil teils sehr schnelle Kurven.

Michael Krumm: „Zum letzten Mal bin ich hier 1998 gefahren, das war noch vor dem Umbau. Die neue Strecke wird den Nissan wohl nicht ganz so in die Karten spielen wie zuletzt Portimao. Doch mit ein wenig Glück sehe ich absolut keinen Grund, warum wir nicht auch am Sachsenring ein gutes Resultat erzielen sollten.”

Lucas Luhr: „Durch den Sieg in Portugal müssen wir diesmal 45 Zusatz-Kilo mitschleppen, das könnte unseren Reifenverschleiß negativ beeinflussen. Das ist der Preis für den Erfolg – doch Zusatzgewichte beweisen doch auch, dass man seinen Job gut gemacht hat! Vor allem die schnellen Kurven am Sachsenring sollten unserem GT-R in jedem Fall gut liegen.”

„Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln, um weiter im Titelrennen zu bleiben. Schließlich liegen wir aktuell an zweiter Stelle der WM-Fahrer- und Teamwertung – keine schlechte Ausgangsbasis bei noch sieben zu fahrenden Rennen”, steckt Michael Krumm schon mal die Taktik fürs Wochenende ab.

Eine Runde auf dem Sachsenring (Quelle: fiagt1.com)
Der Sachsenring wird gegen den Uhrzeigersinn gefahren und ist alles andere als eine monotone, am Reißbrett entworfene Retortenpiste. Der Wechsel zwischen Steigungen (maximal 10 Prozent) und Gefällen (maximal 12,8 Prozent) sowie zwischen langsamen und ultraschnellen Passagen machen das Besondere des Rings aus. Turn 1 (Coca Cola-Kurve) wird aus Vollgas scharf angebremst und im 2. Gang durchfahren. In dieser recht lang gezogenen Rechts-Haarnadel kommt es beim Start oft zu Kollisionen und Drehern.

Wichtig ist in jedem Fall ein guter Ausgang. Denn es folgt mit Turn 2 ein langer, schneller Linksknick. Das Anbremsen von Turn 3 ist diffizil, denn hier geht es erstmals bergab ins „Castrol-Omega”. Ein langer Rechtsbogen, der den linken Vorderreifen stark beansprucht. Viel Zeit gutmachen kann man am Ausgang (Turn 4), weil es nun zur Abwechslung bergauf geht. Turn 3 und 4 sind im Grunde genommen eine Kurve, welche die Fahrer zusammenhängend fahren.

Mit Turn 5, 6 und 7 folgen drei Linksschwenks in Folge – erneut Schwerstarbeit für die Vorderreifen. Nach der schnellen „5″ folgen mit „6″ und „7″ (Sternquell) wieder zwei Biegungen, die als eine umrundet werden können. Vor Turn 7 wird leicht gebremst, ehe es sehr flott bergab zu Turn 8 (Karthallen-Kurve) weitergeht. Es schließt sich eine Gerade an, ehe Turn 9 angebremst werden muss. Danach zieht das Asphaltband wieder bergauf, zu den beiden Highspeed-Kurven 10 und 11. Kurzfristig fahren die Fahrer hier „blind”. Turn 12 (Fahrerlager-Kurve) ist keine wirkliche Kurve, eher ein leichter Rechts-Knick, der absolut voll geht. Dabei wird der Wagen spürbar leicht, denn die Autos preschen über eine Kuppe, nach der die Fahrbahn sofort abfällt. Die Fahrer sind hier im schnellsten Abschnitt des Kurses.

Nach einem längeren Geradeausstück wartet Turn 13 (Sachsen-Kurve), eine mittelschnelle Links, etwas mehr als 90 Grad im Radius. Mit Turn 14 (Queckenberg-Kurve) beschließt der letzte Richtungswechsel die Runde. Hier ist es noch einmal wichtig, so viel wie möglich Schwung aufzubauen. Denn die nun folgende Start-und-Ziel-Gerade steigt zunächst noch an, ehe sie (erst im letzten Drittel) leicht abfällt. Turn 14 ist ein guter Punkt, um einen Konkurrenten auszubremsen. Grund: Die Bremszone liegt in einem Bergaufstück, entsprechend wird „auf der letzten Rille” verzögert. Vor allem in der letzten Runde kann man hier das Rennen noch für sich entscheiden!

Stand der FIA GT1 vor dem 4. Lauf auf dem Sachsenring:

Teams Punkte

  1. Hexis AMR 73
  2. JR Motorsport (Nissan) 72

All-Inkl.com Münnich Motorsport 72

  1. Young Driver AMR 68
  2. Swiss Racing Team 32
  3. Sumo Power GT (Nissan) 30

Fahrer Punkte

  1. Basseng/Winkelhock 57
  2. Krumm/Luhr (Nissan) 37

Mücke/Turner 37

……

Dumbreck/Westbrook (Nissan) 32

…….

Brabham/Campell-Walter (Nissan) 21

Quelle: Nissan

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