NISSAN LEAF NISMO RC: ELEKTROMOBILITÄT À LA NISMO

Nissan LEAF Nismo RCWas passiert, wenn man die Performance-Philosophie Nismos mit dem weltweit ersten in Großserie gebauten und zu erschwinglichen Preisen angebotenen Elektrowagen verquickt? Die Antwort lautet: Der Nissan LEAF Nismo RC, ein rennfertiger Tourenwagen aus Kohlefaser mit einem zu hundert Prozent abgasfreien Lithium-Ionen-Antriebsstrang.

Auch wenn die Nismo Ingenieure den LEAF um seine hinteren Türen, die Rückbank, das Audio- und Navigationssystem, die Bodenteppiche, alles Dämmmaterial und etliche Komfortfeatures erleichtert haben, bleibt die Familienähnlichkeit zum Serien-LEAF erhalten. Das Akronym RC steht für Racing Competition und weist auf das Potential für ein umweltbewussteres Rennsportgerät hin.

Der Elektro-Renner gab sein Debüt auf der New York Auto Show 2011. Carlos Tavares, damals Chairman von Nissan America, sagte Medienvertretern und VIP-Gästen: „Im LEAF Nismo RC steckt das geballte Know-how von Nismo; seine Technik-Väter waren auch für die Konstruktion der in der Super GT- und FIA GT1-Serie erfolgreichen GT-R-Typen zuständig. Er dient Nissan als rollendes Labor für die beschleunigte Erforschung von Elektrofahrzeugen und aerodynamischer Systeme. Zugleich ist er Studienplattform für die Entwicklung neuer ‘grüner’ Motorsportserien.”

Der LEAF Nismo RC wurde von Anfang an als Rennauto konzipiert. Als extrem verwindungssteife Basis dient ihm ein Kohlefaser-Monocoque. Die dreiteilige Karosserie verfügt über abnehmbare Front- und Heckteile, fest fixierte Fenster, LED-Scheinwerfer und -Heckleuchten sowie einen vom Cockpit verstellbaren Heckspoiler.

Der Radstand des elektrisierenden Renners wurde um 99 Millimeter gekappt, dafür ist er etwas länger (plus 20 Millimeter) als das Serien-Pendant. Dank der um 170 Millimeter gestreckten Breite steht der LEAF Nismo RC satt auf der Straße. Zugleich duckt er sich 350 Millimeter tiefer auf den Asphalt und begnügt sich mit einer Bodenfreiheit von 60 Millimetern. Das Gewicht von 938 Kilogramm ist 40 Prozent niedriger als beim straßenzugelassenen Modell.

Alle Komponenten wanderten nah an den Fahrzeugschwerpunkt
Auch die Verteilung der einzelnen Baugruppen und der Kraftfluss weichen deutlich vom Genspender ab. So verlegten die Nismo Ingenieure zwecks besserer Gewichtsverteilung und Konzentration der Massen um den Schwerpunkt die Batterie, den E-Motor und den Inverter in die Fahrzeugmitte; zugleich gelangt die Kraft anders als vom zivilen LEAF gewohnt auf die hinteren statt vorderen Räder.

Das Fahrwerk entspricht mit doppelten Dreiecks-Querlenkern rundum und einer ebenfalls vom Cockpit aus verstellbaren Bremsbalance üblichen Motorsport-Standards. Der LEAF Nismo RC steht auf 18 Zoll großen Sechsspeichen-Felgen, auf die Bridgestone-Pneus der Größe 225/40 R 18 aufgezogen sind.
Wie sein Serien-Bruder wird auch der LEAF Nismo RC von einer aus 48 kompakten Modulen bestehenden Lithium-Ionen-Batterie gespeist. Der Wechselstrom-Synchronmotor entwickelt 80 kW (109 PS) und ein maximales Drehmoment von 280 Nm. Ein Boxenstopp zum Aufladen der Batterien dauert 30 Minuten – dann sind über einen in der Heckschürze untergebrachten CHAdeMO Schnellladeanschluss die Akkus wieder zu 80 Prozent gefüllt. Da weder CO2 noch andere Abgase anfallen, kommt der Nissan LEAF Nismo RC im Gegensatz zu anderen Rennwagen ohne ein Auspuffrohr aus.

Bei Tests ermittelte Nissan für den LEAF Nismo RC eine Zeit von 6,85 Sekunden für die Beschleunigung von Null auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit betrug 150 km/h. Im Renntempo kann der flüsternde Rennwagen mit der Kraft seiner Batterien rund 20 Minuten lang fahren.

Auftritte vor großem Publikum in Le Mans und Goodwood
Mehrmals hat der LEAF Nismo RC im Laufe des Jahres 2012 bei Demo-Fahrten das Publikum in seinen Bann gezogen. So bei den 24 Stunden von Le Mans und dem Goodwood Festival of Speed, wo er als erster Elektrorennwagen überhaupt eine Fahrt mit Zeitnahme auf den berühmten „Hügel” absolvierte.

Quelle: Nissan

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