NISSAN-HÄNDERLERVERBAND FORDERT ZUGESTÄNDNISSE

Trotz Lufthansa-Streik war die Mitgliederversammlung des Nissan-Händlerverbandes am Freitag in Köln gut besucht. Kein Wunder: Es standen sehr wichtige Themen auf dem Programm. In den vergangenen Wochen waren die Wogen zwischen dem Importeur und den Händlervertretern hoch geschlagen. Der Händlerverband hatte sich massiv gegen die nach seiner Auffassung zu hohen Zielvorgaben des Herstellers für das Fiskaljahr 2012/13 und die zum Nachteil der Händler geänderte Marge gewehrt.

Vor wenigen Tagen kam nun noch der Entwurf für einen neuen Händlervertrag hinzu, den Nissan Center Europe (NCE) gerne im gegenseitigen Einvernehmen einführen will. Bereits vor einigen Wochen waren neue Selektionskriterien vorgelegt worden. Darin wird unter anderem gefordert, dass in den Ausstellungsräumen zur Trennung von anderen Marken eine Mauer gebaut werden muss. Händlerverbandspräsident Peter Gerards fasste zusammen: “Wir haben vier Jahre erfolgreich gearbeitet und eine solide und gute Gesprächskultur aufgebaut. Seit gut einem Jahr vermissen wir aber den intensiven und konstruktiven Austausch mit der Geschäftsführung von NCE.” Ergebnis: Sinkende Zulassungszahlen und eine gekürzte Händlermarge, die für das Netz laut Berechnung des Verbandes Einbußen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages bedeuten können, lassen die Händlerrendite von rund drei Prozent im Vorjahr auf aktuell zirka ein Prozent sinken.

Wegen der Brisanz der Themen hat der Händlerverband sich schon vor einigen Monaten entschieden, sich von Rechtsanwalt Christoph Boeminghaus von der Kanzlei OsborneClarke beraten zu lassen. Dieser trug seine Einschätzung der Dinge während der Mitgliederversammlung vor. Nach einer Satzungsänderung beschloss die Versammlung dann einstimmig, den Verband zu ermächtigen, in den strittigen Punkten weiter in ihrem Sinne mit NCE zu verhandeln und – wenn nötig – auch rechtlich gegen für den Handel nachteilige Bestimmungen vorzugehen. Der frühere Händlerpräsident Bernd Hornbacher hatte zuvor plädiert: “Wir müssen diese Gelegenheit jetzt nutzen, die Versäumnise der Vergangenheit zu korrigieren.”

Cost: “September ist kriegsentscheidend”
Vertriebsleiter Steffen Cost, der in Absprache mit dem Händlerverband der einzige Vertreter von Nissan Center Europe auf der Veranstaltung war, betonte zu Beginn seiner Rede, dass er den Weg, die strukturellen Themen von einer dritten Partei klären zu lassen, für den richtigen Weg halte. Er wolle die rechtlichen Themen vom Tagesgeschäft trennen. Cost warb in seiner Rede dann vor allem für seine September-Aktion: “Der September ist kriegsentscheidend.” Mit Prämien auf Bestellfahrzeugen, besonderer Kommunikation, abgesicherten Margen und bezuschussten Wartungsverträgen will Cost 5.500 Kaufverträge in diesem Monat schaffen. (dp)

Quelle: autohaus.de

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