NISSAN DELTAWING BESTEHT ERSTEN TEST IM REGEN

rennRENNSPORT-REVOLUTION– Start des europäischen Testprogramms in Snetterton (England)
– Michael Krumm und Marino Franchitti sammelten erste Eindrücke im Nassen
– Steile Lernkurve bis zum Debüt Mitte Juni in Le Mans

Zum Auftakt des europäischen Testprogramms mit dem revolutionären DeltaWing hat Nissan auf dem britischen Kurs von Snetterton gleich ausgiebige Erfahrungen im Regen gemacht. Die Piloten Michael Krumm und Marino Franchitti zeigten sich dabei vom Handling des auf Michelin-Reifen rollenden Rennwagens angetan.

Der Nissan DeltaWing erforscht nach der Faustformel „halbes Gewicht, halbe Leistung, halber aerodynamischer Widerstand” neues Terrain. Unter seiner pfeilförmigen Nase stecken zwei Reifen mit nur jeweils vier Zoll breiter Gummiauflage, jedes davon würde dreimal in das Rad eines LMP1-Prototypen passen! Ein rund 300 PS starker Nissan DIG-T-Vierzylinder mit 1,6 Liter Hubraum auf Basis des Aggregats im Nissan JUKE sorgt für Vortrieb.

Zwei Monate vor dem Start bei den 24 Stunden von Le Mans sammelte das Nissan DeltaWing-Team in Snetterton wertvolle Informationen über die Performance des Fahrzeugs auf einer typischen europäischen Rennstrecke, nachdem das Fahrzeug zuvor ausschließlich in Kalifornien und Florida getestet worden war.

Darren Cox, General Manager, Nissan Europa, sagte: „Das gesamte Nissan DeltaWing-Team befindet sich noch in einer extrem steilen Lernkurve. Die Tests in den USA dienten hautsächlich dazu, die Basisarbeiten zu erledigen. Auch wenn es nicht viel Spaß macht, im Regen von Norfolk den Tag zu verbringen, hätte uns nichts Besseres passieren können: Denn das Wetter zeigte, welche Bedingungen uns am 16./17. Juni in Le Mans erwarten könnten.”

Der Schotte Marino Franchitti, jüngerer Bruder des zweimaligen Indy 500-Siegers Dario Franchitti, spulte einen Großteil der morgendlichen Testrunden ab. Dabei pendelten die Streckenbedingungen zwischen feucht und extrem nass. Die Reifentechniker freuten sich über diese Bedingungen, war der DeltaWing doch zuvor nur auf dem künstlich bewässerten Flugplatzkurs von Sebring (Florida) unterwegs gewesen. Michael Krumm übernahm das Steuer des schwarzen Projektils am Nachmittag. Bei leicht abtrocknender Strecke konzentrierte sich die Mannschaft nun auf die Feinabstimmung des Fahrwerks, der Bremsen und des Getriebes.

Der Nissan DeltaWing startet in Le Mans in der für Experimental-Fahrzeuge reservierten „Garage 56″. Sie räumt – losgelöst von den Fesseln des aktuellen Reglements – Autos mit alternativen Konzepten eine Art „Wild Card” ein. Im Gegenzug starten diese jedoch außer Konkurrenz. Mittlerweile wurde als dritter Pilot für Le Mans neben Marino Franchitti und Michael Krumm der Nismo-Fahrer und dreifache Super-GT -Champion Satoshi Motoyama verpflichtet.

Nissan gab im März seinen Einstieg in das Programm bekannt – wobei das Unternehmen neben seiner Rolle als Motorenhersteller auch zusätzliche technische Ressourcen zur Verfügung stellt. Der von Ben Bowlby entworfene DeltaWing führt einige der legendärsten Namen des nordamerikanischen Motorsports zusammen. Darunter Don Panoz, Projekt-Partner und Gründer der amerikanischen Le Mans-Serie, die für den Aufbau des Fahrzeugs verantwortlichen All American Racers (AAA) von Dan Gurney und Sohn Justin (CEO) und das Einsatzteam Highcroft Racing unter Leitung von Duncan Dayton.

Zitate zum ersten Test im Regen:

Michael Kumm
„Die Mannschaft hat seit den Sebring-Tests einen super Job gemacht. Auch wenn die Bedingungen ziemlich feucht waren und die Strecke nie vollständig abtrocknete, bin ich mit dem Handling des Autos sehr zufrieden.”

„Wir haben einige Änderungen vorgenommen – darunter an der Lenkung, die nun deutlich angenehmer anspricht. Zuvor war das Einlenkverhalten fast zu spontan und direkt – das haben wir jetzt verbessert.”

„Le Mans kommt mit Riesenschritten näher, daher ist es sehr wichtig, jetzt mit den Europa-Tests zu beginnen. In Sebring war es natürlich deutlich wärmer und sonniger, doch die Bedingungen wie in Snetterton können genauso gut auch in Le Mans herrschen.”

„Nachdem wir jetzt dieses Training im Nassen hinter uns haben, wissen wir als Fahrer und Michelin als Reifenlieferant, was uns erwartet.”

Marino Franchitti
„Mutter Natur hat uns einen großen Gefallen getan – es war klasse, ein richtiges Regentraining erleben zu können.”

„Bei meiner Fahrt herrschten Bedingungen wie bei einem Monsun, bei Michaels Turn trocknete die Strecke dann langsam ab. Ein sehr guter Test für Fahrzeug und Reifen.”

„Der Tag gestattete es uns, die Regenreifen in einer realen Situation zu testen. Wir brauchten die Strecke diesmal nicht erst künstlich zu bewässern….”

„Wir haben sehr wichtige Daten gesammelt, und Michelin weiß nun ganz genau, in welche Richtung die künftige Entwicklung gehen muss.”

„Motor und Getriebe des DeltaWing zeigten sich sehr standfest. So hatten wir genug Zeit, um uns um die Feinabstimmung von Dämpfern und Bremsen zu kümmern. Insgesamt lief alles nach Plan; entsprechend groß ist schon die Vorfreude auf den nächsten Probelauf.”

Quelle: Nissan

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