NISSAN BEI DEN 24 STUNDEN VON LE MANS 2015

Nissan bei den 24 Stunden von Le MansNach 16 Jahren kehrt Nissan in die Königsklasse der 24 Stunden von Le Mans zurück. Wenn am kommenden Samstag um 15 Uhr die Ampel auf Grün wechselt, werden drei Nissan GT-R LM NISMO das härteste Langstreckenrennen der Welt in der LM P1+H-Kategorie unter die Räder nehmen.

Am Steuer des radikal konzipierten Hybrid-Modells (vorn installierter Motor mit Frontantrieb und kinetischem Energierückgewinnungssystem) greifen erfahrene Piloten aus der Motorsportwelt sowie aus der hausinternen Nachwuchsschmiede – der GT Academy – ins Lenkrad.

Im Auto mit Startnummer 23 wechseln sich der Formel-1-erfahrene Max Chilton, der GT Academy-Sieger und aktuelle GP3-Starter Jann Mardenborough sowie der erfahrene Sportwagenpilot Olivier Pla ab. Der Franzose fuhr beim Le Mans-Testtag am 31. Mai mit 336 km/h die höchste Geschwindigkeit auf der Mulsanne-Geraden und stellte damit das unter anderem auf maximale Topspeed ausgelegte Design des Nissan GT-R LM NISMO unter Beweis.

„Ich finde es beeindruckend, dass ein Werksteam mit einem solch innovativen technischen Ansatz nach Le Mans kommt. Ich denke, die Leute werden uns im ersten Jahr einen Vertrauensvorschuss geben und ich bin optimistisch, dass wir das große Potenzial des Autos in Zukunft aufdecken können”, sagt Chilton. „Das Drehmoment des Motors ist so gewaltig wie bei keinem anderen Auto, das ich bislang gefahren bin. Für mich ist der GT-R NISMO LM nicht viel anders zu fahren als ein Hinterradantrieb, doch man muss seinen Fahrstil schon ein wenig anpassen.”

Im Fahrzeug Nummer 22 spannt der langjährige NISMO-Markenbotschafter und Pilot Michael Krumm mit dem letztjährigen Le Mans-Sieger in der LM P2-Klasse, Harry Tincknell, sowie dem Nissan GT-Experten Alex Buncombe zusammen.

Krumm: „Im Regen sollten wir mit dem Frontantrieb Vorteile haben”
„Ich fahre nun schon seit 16 Jahren für NISMO und war bereits 1998 und 1999 bei den Nissan-Einsätzen in der Top-Klasse dabei”, erinnert sich der gebürtige Reutlinger. „Jetzt zurückzukommen, um den unerledigten Job des Rennens von 1999 zu vollenden, bedeutet mir sehr viel. Dieses neue Auto mit zu entwickeln und Teil dieser Truppe zu sein, ist zugleich auch eine große Ehre. Zunächst dachte ich, das Team sei verrückt, als ich die ersten Simulationen sah. Doch dann erklärten mir Ben (Bowlby) und Ricardo (Divila) das Konzept, und von diesem Augenblick an war ich begeistert.”

Die Sitzposition sei aufgrund des weit zurückversetzten Cockpits zunächst ungewöhnlich, bekennt Krumm. „Aber ich habe mich schnell daran gewöhnt und war überrascht, wie exakt und verzögerungsfrei das Auto einlenkt und wie gut dabei die Traktion ausfällt. Am meisten beeindruckt mich jedoch die hohe Stabilität auf den Geraden. Durch den niedrigen Luftwiderstand beschleunigt der GT-R LM NISMO scheinbar ohne Ende. Mit einem konventionellen Le Mans-Prototypen beschleunigt man irrwitzig schnell, doch fährt man irgendwann gegen eine unsichtbare aerodynamische Mauer – nicht so mit dem Nissan, der immer weiter zieht. Ich liebe auch den Bi-Turbo-Motor, ein wirklich schön zu fahrendes Triebwerk mit massig Drehmoment.”

Bei Regen rechnet der 45-Jährige mit Vorteilen für den Nissan. „Unser Auto ‚zieht’ die ganze Zeit, statt von hinten anzuschieben. Das heißt: Solange man am Gas ist, bleibt das Heck stabil und kann nicht ruckartig ausbrechen. Dazu kommt eine Reihe von Kurven, wo dieser Effekt mehr Grip erzeugt als bei einem Hinterradantrieb. Wir werden also an unterschiedlichen Stellen der Strecke schneller, aber auch langsamer sein als die Konkurrenz, das wird sehr spannend.”

Das Auto mit Startnummer 21 wird Nissan 2015 nur in Le Mans einsetzen. Am Steuer sitzen Tsugio Matsuda (amtierender Meister der japanische Super GT500-Serie), Lucas Ordonez (erster Gewinner der GT Academy und aktueller Fahrer in der Super GT) und der erste Sieger der russischen GTA-Wertung, Mark Shulzhitskiy. „Es ist toll zu sehen, dass Nissan mit dem GT-R LM NISMO eine andere Richtung einschlägt”, sagt Ordonez, der gerade erst in Japan seinen ersten Podiumsplatz in der dortigen Formel-3-Serie feiern konnte. „Das ist gut für die Fans und den Sport. Der Motor ist stark, und die Höchstgeschwindigkeit phantastisch. Man muss das Auto aber anders fahren und lernen, es zu verstehen. Doch wir Fahrer arbeiten alle eng zusammen, um das Beste aus dem Nissan GT-R NISMO LM und aus uns selbst herauszuholen.”

Blau lackierte Nummer 21 erinnert an Nissan-Sternstunde von 1990
Für die Nummer 21 hat sich Nissan im Übrigen etwas ganz Besonderes ausgedacht. Glänzt das Auto doch im Kontrast zu den beiden komplett roten Modellen in einer blauen und mit weißen und roten Akzenten verzierten Lackierung. Damit will Nissan an jenen R90CK erinnern, mit dem Mark Blundell vor genau 25 Jahren zu den Hochzeiten der Gruppe-C-Ära mit einer Runde in 3:27,020 Minuten auf die Poleposition fuhr. Bei diesem Parforceritt erreichte der 1.110 PS starke Nissan eine Spitzengeschwindigkeit von 366 km/h. Das historische Auto mit Startnummer 24 wird – mit Blundell am Steuer – Teil einer Fahrzeugparade sein, die vor dem Start des Rennens die Le Mans-Zuschauer in nostalgische Gefühlswelten versetzen wird.

„Diese Runde in Le Mans war ein Highlight meiner Karriere”, sagt Mark Blundell. „Es war einer jener Momente, in denen die Zeit stillzustehen schien und alles perfekt lief.” Darren Cox, NISMO-Marketingchef und Leiter der weltweiten Nissan-Motorsportaktivitäten, betont: „Wir halten unsere Motorsport-Vergangenheit in Ehren. Unser Le Mans-Auto von 1998 hängt im NISMO-Hauptsitz in Yokohama an der Wand, als Erinnerung an den dritten Platz bei diesem Rennen. Die blaue Lackierung erinnert an die großen Nissan-Zeiten in der Gruppe C und der IMSA-Serie in den USA. Der Anstoß dazu kam von unsere Fans, die diesen Wunsch über die sozialen Netzwerke an uns herantrugen!”

14 von 19 LM P2-Nennungen mit Nissan-PS im Rücken
Geht es Nissan in der LM P1+H-Klasse vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln, stehen die Zeichen in der LM P2-Kategorie erneut auf Sieg. In den letzten vier Le Mans-Ausgaben gewannen vom Nissan VK45DE-V8-Motor angetriebene Prototypen drei Mal diese Liga des Langstreckensports. Und auch in diesem Jahr setzen 14 der 19 benannten Fahrzeuge wieder auf die Kraft des intern VK45DE genannten Saugmotors. Zusammen mit den drei Werkswagen vertrauen damit 30 Prozent aller Starter der diesjährigen 24 Stunden auf Nissan als Motorenlieferant.

Quelle: Nissan

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