MIT VOLLDAMPF INS ZWEITE WM-JAHR

FIA-GT1-Weltmeisterschaft– Saisonauftakt in Abu Dhabi: Nissan-Quartett auf Anhieb wieder bei der Musik
– Michael Krumm und Lucas Luhr: Erstmals zwei Deutsche gemeinsam im GT-R
– Höhepunkt für deutsche Nissan-Fans: Der Lauf am 15. Mai auf dem Sachsenring

Am kommenden Wochenende geht die FIA-GT1-Weltmeisterschaft im belgischen Zolder in ihren zweiten von zehn Läufen. Zu den Top-Favoriten auf den Gesamtsieg zählt erneut Nissan. Denn die japanische Marke unterstrich schon beim Auftaktrennen am 26. März auf dem Grand-Prix-Kurs von Yas Marina (Abu Dhabi), dass mit dem gegenüber dem Vorjahr weiter verbesserten GT-R erneut zu rechnen ist. Richard Westbrook und Peter Dumbreck holten sowohl im Qualifying, wie im Hauptrennen den zweiten Platz. Selbst der Gesamtsieg war in greifbarer Nähe, wäre nicht der bis zum Pflichtboxenstopp führende GT-R von Enrique Bernoldi/Ricardo Zonta in der Boxenausfahrt von einem Mitbewerber unsanft in die Zange genommen worden. Ebenfalls durch Fremdeinwirkung kamen Michael Krumm und Lucas Luhr – die erste rein deutsche Paarung im Nissan GT-R – um alle Chancen: Nach Platz drei im ersten Rennen wurde ihr Auto auf Platz sieben liegend von einem Aston Martin touchiert – der dadurch erzwungene zusätzliche Boxenstopp warf sie aus den Punkterängen.


Wie schon 2010 tritt Nissan auch im zweiten Jahr der neu aus der Taufe gehobenen FIA GT1-WM mit insgesamt vier GT-R an. Je zwei Fahrzeuge werden von Sumo Power und JRM Racing eingesetzt – beide sind in England stationiert und erhalten technischen Support durch die Nissan-Motorsport-Abteilung NISMO in Japan.
 
In einem der beiden JRM-Autos wechselt sich der langjährige Nissan Werksfahrer Michael Krumm (41) mit dem bereits erfolgreich für Porsche und Audi tätigen Koblenzer Lucas Luhr (31) ab. Auch im zweiten JR-Auto setzt Teamchef James Rumsey auf Fahrer gleicher Nationalität: Peter Dumbreck und Richard Westbrook kommen beide aus England.
 
Sumo Power GT, die 2010 bereits ein Rennen für Nissan gewinnen konnten, hat unter Leitung von Andy Barnes mit Enrique Bernoldi (Ex-Maserati) und Ricardo Zonta (Ex-Lamborghini) zwei prominente Brasilianer neu verpflichtet. Im zweiten GT-R dieser Equipe teilen sich David Brabham (Australien) und der Brite Jamie Campbell-Walter die Arbeit.

Vier renommierte Marken kämpfen um Gesamtsiege
Nissan tritt in der WM gegen drei weitere renommierte Marken an: Lamborghini (Murcielago R-SV), Aston Martin (DBR9) und Ford (GT). Beim Auftaktrennen in Abu Dhabi waren 18 Autos am Start – zu den je vier Nissan, Ford, Lamborghini und Aston Martin gesellten sich noch zwei private Corvette.

Erstmals auch ein Rennen in der Volksrepublik China
„Die Serie ist eine von nur vier, die von der FIA das WM-Prädikat verliehen bekommen haben”, betont Stéphane Ratel, Organisator und Promoter der Serie. Zu den bereits 2010 besuchten Strecken in Abu Dhabi, an der Algarve, in Silverstone, Navarra, Paul Ricard und San Luis (Argentinien) sind für 2011 vier neue hinzugekommen: Zolder (Belgien), Curitiba (Brasilien), Ordos (China) und – am 15. Mai – der deutsche Lauf auf dem Sachsenring.
 
Ein FIA GT-Wochenende besteht neben dem Training aus zwei Rennen zu je 60 Minuten. Im Qualifying-Lauf erhalten die ersten sechs, im Hauptrennen die ersten zehn Punkte. Es gibt sowohl eine Marken- wie eine Teamwertung.

Zusatzgewichte für die Schnellsten sorgen für Chancengleichheit
Die ersten vier im Ziel werden für das jeweils folgende Rennen mit Zusatzgewichten zwischen 30 und fünf Kilogramm belegt; im Gegenzug dürfen die geschlagenen Konkurrenten wieder Blei aus ihren GT-Rennern ausladen. Durch dieses „balancing of power” wollen die Organisatoren erreichen, dass kein Auto zu überlegen wird. In jedem Rennen ist zudem ein Stopp zum Fahrer- und Reifenwechsel obligatorisch – aber nur in einem zwischen der 25. und 35. Rennminute geöffneten Boxenstoppfenster.
 
Genau dieser Passus verhagelte Lucas Luhr und Michael Krumm den Saisonauftakt in Abu Dhabi. Im Qualifying-Rennen hatte sich das neu formierte Team zunächst eindrucksvoll von Platz acht bis auf drei vorgearbeitet – dabei hatte GT-R-Neuling Luhr sogar den erfahrenen Bernoldi im GT-R von Sumo Power hinter sich gelassen. 
 


Boxenstoppfenster öffnete sich für Luhr/Krumm nicht rechtzeitig
Im Hauptrennen wurde Lucas dann gleich in der ersten Kurve zwischen zwei Autos eingekeilt – und fiel auf den siebten Rang zurück. „Die Spitzengruppe lag in der Anfangsphase aber sehr dicht beieinander, so dass wir uns immer noch ein gutes Ergebnis ausrechnen konnten. Doch in der elften Runde fuhr mir Stefan Mücke mit seinem Aston Martin in die Seite. Ich erlitt einen Reifenschaden, zudem waren die Spurstange und der Querlenker verbogen”, so Luhr. Sein Pech: Der Zwischenfall ereignete sich nach 22 Minuten – und damit knapp vor Öffnung des Boxenstoppfensters. Folge: ein zusätzlicher Stopp und eine Runde Rückstand. Mit „krummen” Fahrwerk blieb Krumm danach nur noch eine Fahrt auf Rang 14.

Kollision in der Boxengasse beendete das Rennen des führenden Nissan
Für Sumo Power GT verlief das Hauptrennen ebenfalls nicht nach Wunsch: Brabham/ Campbell-Walter ergatterten mit Platz neun zwar noch zwei WM-Punkte, doch Bernoldi/Zonta gingen ganz leer aus. Bernoldi war nach einem Blitzstart in Führung gegangen und hielt diese auch bis zum Pflichtstopp. Beim Herausfahren aus der Box verwehrte dann der zweitplazierte Ford GT Nissan-Pilot Zonta brüsk die Vorfahrt. Folge: Durchfahrtsstrafe für den Foulspieler, aber Ausfall für den vorn rechts beschädigten GT-R.
 
Fast wäre es trotzdem noch zum Happy End für Nissan gekommen – doch Richard Westbrook fehlten im Ziel nur 0,5 Sekunden zum Auftakttriumph.

Krumm: „Zolder mit ähnlicher Charakteristik wie Yas Marina Circuit”
In Zolder wollen es ihm Michael Krumm und Lucas Luhr am Sonntag gleichtun – sprich möglichst weit vorne mitmischen. Krumm: „Die Strecke unterscheidet sich nicht stark von Abu Dhabi, auch dort gibt es viele langsame Kurven, was harte Bremsmanöver erfordert. Ich habe vor vielen Jahren mein allererstes Rennen in einem Formelauto dort bestritten und einige schöne Erinnerungen an den Kurs.” Partner Luhr gibt sich etwas skeptischer: „Zuletzt fuhr ich 1996 in einem Formel Ford 1800 in Zolder. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die enge Strecke unserem Auto besonders zusagt. Aber es ist sicher von Vorteil, dass wir keine Strafgewichte mit an Bord nehmen müssen. Ich bin in jedem Fall hochmotiviert, die Scharte vom ersten Lauf mit einem guten Ergebnis für das Team und für Nissan auszuwetzen.”
 
Zeitplan Zolder:
Qualifying-Rennen: Samstag, 9. April 2011, 16:15 – 17:15 Uhr
Hauptrennen: Sonntag, 10. April 2011, 14:45 – 15:45 Uhr
Live-Übertragung auf: http://www.gt1world.com/gt1tv

Kalender der FIA-GT1-WM 2011
26. März Abu Dhabi (UAE)
10. April Zolder (B)
8. Mai Algarve (P)
15. Mai Sachsenring (D)
5. Juni Silverstone (GB)
3. Juli Navarra (E)
17. Juli Paul Ricard (F)
4. September Ordos (VR)
23. Oktober Curitiba (BR)
6. November San Luis (RA)

Quelle: Nissan

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