MIT EINGEBAUTEM KULTFAKTOR

MIT EINGEBAUTEM KULTFAKTORKönnen Kultmodelle konstruiert werden? Die Antwort geben gleich zwei aktuelle Nissan Modellreihen: JUKE und QASHQAI zählen zu den erfolgreichsten Crossover-Bestsellern aller Zeiten, weil sie das Kultpotenzial bereits in ihrer DNA tragen. Heute sind es avantgardistische oder futuristische Designkonzepte, mit denen Nissan-Baureihen Kultstatus erreichen – vor gut 25 Jahren war es dagegen das Retrodesign, mit dem der Nissan Be-1 als erster Asiate zum heiß begehrten kleinen Liebhaberfahrzeug avancierte. Dem Be-1 gelang auf Anhieb, woran viele europäische Kleinwagen scheiterten, denn schon als Concept Car gewann er Millionen Fans, für die sich der frech-fröhliche Mini als erschwinglicher Traumwagen präsentierte.

Eigentlich war er nur als Showcar für die Tokyo Motor Show 1985 gedacht, dann wurde der Be-1 aber doch gebaut. Schließlich beinhaltete der vom Micra abgeleitete Mini alles, was ein schicker Stadtflitzer für die Jugend in Metroregionen mitbringen musste. Äußerlich stand der 3,64 Meter kurze Kleine für die japanische Tradition der Bescheidenheit, kombinierte dies jedoch mit inneren Werten, die von technologischer Überlegenheit und modischem Lifestyle kündeten. So kam für die Plastikbauteile erstmals ein neuartiges Kunstharz zum Einsatz, das bis 150 Grad hitzebeständig war und eine Gewichtsersparnis von 25 Prozent einbrachte. Ein riesiges Faltschiebedach machte den Zwerg zum sonnensüchtigen Cabrio inmitten der uniformen japanischen Limousinenlandschaft, und bunte Lackierungen versprühten Lebensfreude im weiß-grau geprägten Straßenbild japanischer Städte. Dazu kam das unwiderstehlich sympathische Gesicht des Be-1, der mit rundlichen Formen und nostalgisch anmutenden Accessoires wie einem Kofferträger fürs Heck einen Kontrapunkt zum kantigen Design der 1980er Jahre setzte.

Die aufwendige Produktion der Kunststoffkarosserie limitierte allerdings von Beginn an die Gesamtauflage des Be-1 auf 10.000 Einheiten. Wer keinen der ausschließlich in Japan verkauften postmodernen Minis ergatterte – nur jeder fünfzigste Kaufinteressent erhielt von Nissan eine Lieferzusage – konnte sich in schicken Be-1-Shops mit allerlei Fanartikeln sowie Kleidung und Einrichtungsgegenständen im Be-1-Design trösten. Aber sogar hier überstieg die Nachfrage bei weitem das Angebot, entsprechend rasch wurden gebrauchte Be-1 Fahrzeuge und Accessoires zu begehrten Liebhaber- und Sammlerstücken und mit hohen Aufpreisen gehandelt.

Nach dem postmodernen Be-1 wagte Nissan den Schritt zum ersten echten Retromodell und landete die nächsten Treffer. Zunächst wurde das ebenfalls vom Micra abgeleitete zweitürige Coupé Figaro ab 1989 eine Ikone der Pop-Kultur. „Back to the Future” lautete das Motto, unter dem Nissan jetzt gleich eine ganze Serie an Kultmodellen im Miniformat lancierte. Dazu zählten der Figaro, der puristisch ausgestattete Zweitürer Pao, der extravagante Luxus-Van Chapeau und der rundliche Kleintransporter S-Cargo im Stil lebensfroher französischer Camionettes der frühen Nachkriegsjahre. Der Ansturm auf die modischen Minis war so groß, dass Nissan die Autos schließlich im Lotterieverfahren verkaufen musste. Ein erfolgreicher Weg, um die Chancengleichheit für die Kaufinteressenten zu wahren. Wichtig war dies vor allem für den Vertrieb des Figaro. Der Run auf das rare Coupé in pastellfarbenen Lackierungen und mit optionalem Faltdach sowie Interieurdetails im Stil der Golden Fifties kannte keine Grenzen. Über 350.000 Kunden wollten den Kleinen ordern, 20.000 Glückliche wurden schließlich per Los ermittelt.

Heute sind Kultmodelle bei Nissan fester Bestandteil der Markenkultur. Immer wieder entwickeln sich deshalb Showcars zu begehrten Serienmodellen und hoch dotierten Sammlerstücken.

Quelle: Nissan

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