IM NAMEN DES KAISERS

DER SPRUNG DER SAMURAIAls Lieferant stattlicher Staatskarossen pflegte Nissan in seiner Historie stets eine enge Beziehung zum japanischen Kaiserhaus. Gewissermaßen royaler Rückenwind war es auch, der Nissan im Jahr 1966 zum Aufstieg als größter Automobilhersteller Japans verhalf. Denn diesen Rang nahm Nissan durch die Übernahme des japanischen Autobauers Prince Motor Company ein – ein Unternehmen, das sich 1952 seinen Namen zu Ehren des Prinzen Akihito gegeben hatte. Dieser wurde im gleichen Jahr offiziell zum Thronfolger ernannt. Den Thron bestieg er schließlich 1989 und amtiert noch heute als japanischer Tenno.

Schon vor ihrer Umbenennung 1952 hatte die Prince Motor Company als Autohersteller im Nachkriegs-Japan Erfolge gefeiert. Hervorgegangen aus dem Flugzeughersteller Tachikawa Aircraft, der im Zweiten Weltkrieg die japanische Luftwaffe mit Kampfflugzeugen versorgte, stellte sich das Unternehmen nach dem Krieg neu auf und verlegte sich auf den Bau von Automobilen – übrigens vorerst mit dem gleichen Personal, das zuvor Flugzeuge entwickelt hatte.

Eines der ersten Modelle des neuen, zunächst in Fuji Precision Industries umbenannten Unternehmens war ein Elektroauto: Vor dem Hintergrund der damals herrschenden Erdölknappheit hatte die japanische Regierung die heimische Industrie ermuntert, nach alternativen Mobilitätslösungen zu suchen. Der 3,03 Meter kurze Tama kam 1947 auf den Markt, verfügte über einen 3,3 kW starken Elektromotor und konnte mit einer Batterieladung bis zu 65 Kilometer weit fahren.

Prince machte sich in Japan schnell einen Namen als Hersteller durchaus hochwertiger Automobile wie der Luxuslimousine Gloria, die nach der Übernahme durch Nissan 1966 ebenso im Programm blieb wie der 1957 erstmals vorgestellte Skyline. Während der Nissan Gloria im Jahr 2004 eingestellt und durch den Fuga abgelöst wurde, ist der Sportwagen Skyline bis heute im Programm und in seiner Hochleistungsversion GT-R auch in Deutschland erhältlich.

Der Skyline und viele andere Nissan Modelle liefen im Werk Murayama vom Band, das Nissan sich durch die Übernahme von Prince gesichert hatte. Die dort verfügbaren Kapazitäten gaben den Ausschlag für den Aufstieg von Nissan zur Nummer 1 unter den japanischen Autoherstellern. In der Folge baute Nissan den Standort zu einer der wichtigsten Produktionsstätten des Unternehmens aus. In Spitzenzeiten beschäftigte der Hersteller hier 5.000 Mitarbeiter, produzierte pro Jahr mehr als 450.000 Einheiten und gewann 1995 den japanischen Deming-Preis für Qualitätskontrolle. Murayama wurde zum leuchtenden Symbol der Stärke der japanischen Automobilindustrie – und später zum Symbol der Krise, als es Anfang des neuen Jahrtausends im Zuge der tiefgreifenden Restrukturierungsmaßnahmen geschlossen werden musste. Der Name Prince lebte noch lange nach der Übernahme fort: beispielsweise beim Nissan Prince Royal, der Staatslimousine für das japanische Kaiserhaus, und als Bezeichnung für das japanische Händlernetz von Nissan.

DER SPRUNG DER SAMURAI

Quelle: Nissan

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