GEBALLTE NISSAN-POWER FÜR LE MANS

RENNSPORT-REVOLUTION– Ein Viertel des gesamten Feldes vertraut auf japanische Motorkraft
– Michael Krumm im revolutionären Delta Wing mit 1,6-Liter-Turbo von Nissan
– GT Academy-Champions Ordonez und Tresson in LMP2-Prototypen

Nissan Motoren dominieren die diesjährigen 24 Stunden von Le Mans. Wenn am Samstag, dem 16. Juni, die 80. Auflage des französischen Langstreckenklassikers startet, wird in 14 von 56 Autos ein Triebwerk des japanischen Herstellers den Marathon aufnehmen. In der schon 2011 von Nissan beherrschten Prototypenklasse LMP2 setzen 13 von 20 Startern auf den über 450 PS starken 4,5 Liter-V8-Sauger mit interner Bezeichnung VK45 DE. Angeführt wird das Nissan-Aufgebot an der Sarthe jedoch vom revolutionären Nissan DeltaWing. Bei der Vorgabe, über die Distanz nur halb so viel Benzin und Reifengummi zu verbrauchen wie die Konkurrenz, soll der aufgeladene 1,6-Liter mit 300 PS und Direkteinspritzung massgeblich helfen. Der dank seiner Pfeilform schon optisch hervorstechende Wagen mit Startnummer 0 startet aus der „Garage 56″ – einer vom Le Mans-Veranstalter ACO exklusiv für Experimentalfahrzeuge reservierten Wildcard.

Halbes Gewicht, halbe Leistung, halber Luftwiderstand – die DeltaWing-Formel
Der von Marino Franchitti (Schottland), Michael Krumm (Deutschland) und Satoshi Motoyama (Japan) gesteuerte Nissan DeltaWing geht unter der Bewerbung des amerikanischen Highcroft-Teams ins Rennen. Er erforscht nach der Faustformel „halbes Gewicht, halbe Leistung, halber aerodynamischer Widerstand” absolut neues Terrain. Unter seiner Spitznase verbergen sich zwei Reifen mit nur jeweils vier Zoll breiter Gummiauflage – jeder davon würde dreimal in das Rad eines LMP1-Prototypen á la Audi passen! Die hinteren Pneus sind dagegen mit 12,5 Zoll gut dreimal so breit.

Der 1,6-Liter-DIG-T-Motor (für Direct Injection Gasoline Turbo) des DeltaWing basiert auf dem im Nissan Juke angebotenen Triebwerk. In der Rennausführung leistet es 300 PS bei 7.400 U/min. Was sich zunächst für einen Rennwagen bescheiden anhört, relativiert sich beim Blick auf das Gewicht: Mit Fahrer und voller Benzinladung bringt das schwarz lackierte Projektil gerade einmal 575 Kilogramm auf die Waage – neben seiner vorzüglichen Aerodynamik der wohl grösste Trumpf.

„Technologie für energieeffizientere Rennwagen schon heute vorhanden”
Paul Willcox, Senior Vice President Nissan Europa, sagt: „Der Nissan DeltaWing zeigt, in welche Richtung wir die Motorsport-Technik entwickeln wollen. Es handelt sich um ein Projekt, das nur ein zukunftsorientiertes und mutiges Unternehmen wie Nissan anpacken und nach vorne treiben kann. Als Testareal für Technik-Innovationen aller Art ist Le Mans nicht nur dank seines enormen Publikumsinteresses einfach ideal. Egal ob der Wagen nun das Ziel sieht oder nicht: Der DeltaWing wird unter Beweis stellen, dass die Technik für deutlich energieeffizientere Rennwagen schon heute verfügbar ist.”

Nach Platz zwei im Vorjahr peilt Ordonez die oberste Podeststufe an
In der 20 Nennungen starken LMP2-Klasse geht Le-Mans-Vorjahressieger Nissan nicht nur wegen der numerischen Überlegenheit von 13:7 erneut als Favorit ins Rock-around-the-clock-Event. Vor allem die werksunterstützten Teams Signatech und Greaves Motorsport gelten als heisse Siegkandidaten. Unter den dort tätigen Piloten sind auch zwei Ex-Gewinner der GT Academy: Lucas Ordonez (Sieger 2008) teilt sich mit Vater und Sohn Alex und Martin Brundle das Cockpit des Zytek Z11SN Nissan von Greaves Motorsport – der Spanier hofft, nach Platz zwei im Vorjahr diesmal die oberste Stufe des Podests erklimmen zu können. Olivier Lombard gelang genau dies zusammen mit Greaves schon 2011. Diesmal ist er in Diensten des Teams Signatech-Nissan unterwegs, wo er im Oreca-03-Nissan zusammen mit Jordan Tresson (GT Academy-Sieger 2010) und Franck Mailleux eine rein französische Équipe bildet.

Der bei Nismo präparierte Nissan VK45 DE-Motor wurde für Le Mans 2012 an zehn Teams geliefert. Signatech, Greaves Motorsport und Gulf Racing Middle East (Lola-Nissan) rüsten damit je zwei Fahrzeuge aus, die sieben weiteren je ein Auto. Der 4,5 Liter grosse V8-Sauger mit klassischem Zylinderbankwinkel von 90 Grad ist eine Evolution des einst für die japanische Super GT-Serie entwickelten Aggregates. Er wiegt dank Vollaluminium-Bauweise nur 145 Kilogramm und schöpft – mit einem vom Reglement vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer von 40 Millimetern Durchmesser – gut 450 PS. Das maximale Drehmoment beträgt 570 Nm. In der letzten Saison gewannen mit diesem Kraftwerk bestückte LMP2 alle Rennen der Le Mans Serie, holten sowohl in der LMS als auch im Intercontinental Le Mans Cup den Titel und zusätzlich einen Doppelsieg bei den 24 Stunden von Le Mans.

Quelle: Nissan

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