DIE EROBERUNG DER ALTEN WELT

Die Eroberung der alten Welt– 40 Jahre Nissan in Deutschland
– Vom Patrol bis zum LEAF
– Heute stammen 70 Prozent des europäischen Absatzes aus den lokalen Werken

Der Patrol macht den Anfang: Seit jeher auf das Erobern unbekannten Terrains ausgelegt, ist der unverwüstliche Nissan Offroader auch das erste Modell, das der japanische Automobilhersteller in der alten Welt produziert. Seinen europäischen Siegeszug beginnt die Geländewagen-Legende von Barcelona aus: Dort startet 1983 die Fertigung des Patrol beim neu gegründeten Unternehmen Nissan Motor Iberica SA.

Drei Jahre zuvor hat Nissan den spanischen Hersteller Motor Iberica übernommen; die Nissan-Exporte aus Japan in alle Welt haben da bereits die Marke von zehn Millionen Einheiten überschritten, und das Ziel einer lokalen Produktion gewinnt immer mehr an Bedeutung – nicht allein, um nah am Kunden und seinen Bedürfnissen zu sein, sondern auch, um sich von den Importbeschränkungen der Europäischen Gemeinschaft zu lösen. Heute spricht neben der höheren Flexibilität vor allem die Unabhängigkeit von Wechselkurseinflüssen für die Produktion in Europa.

Nissan baut den neuen Produktionsstandort in den 1980er und 1990er Jahren weiter aus; Nissan Motor Iberica wird zu einem wichtigen Standbein des Unternehmens in Europa – vor allem für das Geschäft mit Nutzfahrzeugen und Geländewagen. Heute laufen in Spanien an den beiden Standorten Barcelona und Avila die Allradfahrzeuge Pathfinder und Navara und die leichten Nutzfahrzeuge Primastar und NV200 vom Band. Und erst kürzlich ließ eine Entscheidung des japanischen Managements die rund 3.500 Mitarbeiter umfassende Belegschaft in Barcelona erneut jubeln: Als weltweit einziger Standort wird das Werk noch im laufenden Geschäftsjahr 2013 die Produktion des elektrisch betriebenen e-NV200 aufnehmen und von dort aus die Weltmärkte mit dem innovativen Kleintransporter beliefern. Rund 100 Millionen Euro werden in den Ausbau der Fertigung investiert; in diesem Zuge entstehen auch rund 700 neue Jobs bei Nissan und den örtlichen Zulieferern.

Drei Jahre nach dem Beginn der Patrol-Produktion in Spanien, am 8. September 1986, reist die britische Premierministerin Margaret Thatcher in den Nordosten Englands, um dort ein neues Automobilwerk zu eröffnen: Die Erfolgsgeschichte von Nissan in Sunderland beginnt.

Dazu malt sie das zweite Auge auf eine japanische „Daruma”-Puppe. Zuvor haben bereits Prinz Charles und Prinzessin Diana bei einem Besuch des japanischen Nissan-Werks in Zama das erste Auge der Puppe, eines traditionellen japanischen Glückssymbols, gemalt.

Das traditionelle Ritual scheint zu wirken: In der Folge prägt das Werk von Nissan Motor Manufacturing UK die Geschichte der britischen Fahrzeugproduktion wie kein anderes Werk zuvor. Laufen im ersten Jahr lediglich 5.139 Nissan Bluebird von den Bändern, so wird 2010 mit 423.262 Einheiten ein neuer Produktionsrekord in der Geschichte des Landes aufgestellt. Bis heute hat Nissan rund 6,5 Millionen Fahrzeuge von zwölf Modellreihen in Sunderland gefertigt, darunter die Modelle Bluebird, Primera, Micra, Almera, NOTE, QASHQAI und JUKE.

Damit ist Sunderland nicht nur die Heimat der europäischen Pkw-Modelle von Nissan, sondern legt – als Fertigungsstandort für QASHQAI und JUKE – auch den Grundstein für die Rolle des Unternehmens als Pionier und Schrittmacher im Segment der Crossover-Fahrzeuge. Vor allem der Erfolg des QASHQAI sorgt für eine neue Rekordmarke nach der anderen; so avanciert er zum Fahrzeug aus britischer Produktion, das am schnellsten die Millionenmarke überschritten hat. Ab 2013 läuft in Sunderland außerdem das Elektroauto LEAF vom Band; die modernen Lithium-Ionen-Batterien werden in einem neuen Werk am gleichen Standort gefertigt.

Das dritte Standbein von Nissan in Europa steht seit 2009 in St. Petersburg. Dort produziert das Unternehmen in mittlerweile drei Schichten die Modelle X-Trail, Murano und Teana und treibt das Wachstum der Marke auf dem wichtigen russischen Markt voran. Insgesamt laufen rund 70 Prozent der Fahrzeuge, die Nissan in Europa verkauft, von den Produktionsbändern in Großbritannien, Spanien und Russland.

Quelle: Nissan

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