DATSUN 14 – AUTOS AM LAUFENDEN BAND

Datsun 14Es war ein robuster Kleinwagen, der Japan mobil und das Autofahren im Kaiserreich klassenübergreifend relativ erschwinglich gemacht hat. Als Weiterentwicklung des noch weitgehend in Handarbeit gefertigten Nissan (Datsun) Typ 10 rollte im April 1935 das erste Exemplar des Typ 14 vom neu eingerichteten Fließband im Werk Yokohama. Zu Recht feierte die zeitgenössische Presse das Ereignis als Meilenstein, der die japanische Industrie und Gesellschaft verändern sollte, ging doch dieses Fahrzeug als erstes in Nippon entwickeltes Automobil in Großserie. Eine Initialzündung mit Folgen, denn Fließbänder wurden wenig später in fast allen Fabriken japanischer Fahrzeughersteller eingesetzt. Fortan waren Autos nicht nur Arbeitsgeräte oder Luxusspielzeuge für Reiche, auch der Mittelstand konnte sich nun die bezahlbar gewordenen Fahrzeuge leisten. Das Nachsehen hatten allein die Importeure, ihre überwiegend repräsentativen Modelle wurden sogar an Taxiständen relativ rasch von kompakten japanischen Limousinen wie dem Nissan (Datsun) Typ 14 verdrängt.

Ein Auto für alle war der Typ 14 zwar noch nicht, aber doch Nippons erstes Auto für viele. Das neue Modell nahm der Automobilität das Elitäre, zudem war es ein Fahrzeug für die felsigen Pfade und schlammigen Pisten seines Heimatlandes. Breite und befestigte Straßen waren in Japan damals fast nur in großen Städten zu finden, ansonsten galt noch der alte Grundsatz: Wege mussten so bemessen sein, dass sich zwei Menschen begegnen konnten. Schmale Autos mit Nehmerqualitäten waren deshalb im Vorteil, und hier konnte der Nissan (Datsun) Typ 14 punkten. War er doch kaum breiter als ein Meter und sorgten unter seiner Haube stets sparsame, kräftige Vierzylinder mit unter einem Liter Hubraum für Vortrieb. Tankstellen waren damals noch rar, vor allem aber schonten die kleinen und zuverlässigen Triebwerke das Budget der Autokäufer. Schließlich sollte der Typ 14 ein Auto für den Alltag sein. Deshalb gab es ihn auch in einer so in Japan noch nicht dagewesenen Karosserievielfalt. Von der 70 Meter langen Montagelinie in Yokohama rollten geschlossene Limousinen, offene Tourer, Lieferwagen, kleine Coupés, Roadster oder Fahrgestelle für Lastwagen, mithin Fahrzeugvarianten für fast alle Einsatzzwecke.

Maximal 5.000 Fahrzeuge pro Jahr und eine fünfjährige finanzielle Verlustphase kalkulierte Nissan beim Anlauf der neuen Fließbänder in Yokohama. Eine wagemutige Prognose, wie Skeptiker damals meinten, wurden doch bis dahin nur knapp 200 Datsun Fahrzeuge pro Jahr ausgeliefert, was einem Marktanteil von immerhin 20 Prozent entsprach. Es sollte jedoch ganz anders kommen. Schon im ersten vollen Jahr rollten weit über 6.000 Nissan (Datsun) Typ 14 vom Fließband und der Konzern konnte seinen Anteilseignern bereits fünf Prozent Dividende auszahlen. Nissan brachte Nippon ins Rollen, denn der Typ 14 war ein erstes Auto für den japanischen Alltag.

Quelle: Nissan

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: