6. LAUF ZUR JAPANISCHEN SUPER-GT-MEISTERSCHAFT

NISSAN-DOPPEL IN SUZUKA

– GT-R holt den Gesamtsieg, ein 350Z die GT300-Trophy
– Familie Hoshino hatte doppelten Grund zum Feiern
– Michael Krumm wieder mit berechtigten Titelambitionen

Beim Königsrennen der japanischen Super GT-Meisterschaft, den 1.000 Kilometern von Suzuka, holten Nissan Piloten in gleich beiden Kategorien den Sieg. Im Kampf um den Gesamtsieg in der GT500-Klasse behielten nach fast sechs Stunden Renndauer Tsugio Matsuda (Japan) und Sébastien Philippe (Frankreich) im GT-R des IMPUL-Teams die Oberhand. Für die von der japanischen Rennsportlegende Kazuyoshi Hoshino geleitete Truppe war es nach 2006 der zweite Erfolg beim japanischen Langstreckenklassiker, für Philippe sogar schon der dritte. Der neue Nissan GT-R blieb bereits im vierten von sechs Läufen der Saison 2008 ungeschlagen.

Damit nicht genug, kam Nissan mit dem 350Z in der Unterkategorie GT300 in Suzuka zum ersten Saisonsieg. Einer der beiden siegreichen Piloten war Kazuki Hoshino, ältester Sohn des siegreichen GT500-Teammanagers. So kam die Familie Hoshino am späten Sonntagabend kaum noch aus dem Feiern heraus.

Nach schnellster Trainingszeit und langer Führung im Rennen verlor das Team um Michael Krumm wegen einer losen hinteren Dachverkleidung den fast schon sicheren Sieg – nach einer aus Sicherheitsgründen angeordneten Reparatur fehlte am Ende eine halbe Sekunde zum Sprung aufs Treppchen. Dennoch darf sich der Reutlinger bei sechs Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze noch Titelhoffnungen machen.

Die späteren Sieger Matsuda und Philippe waren bei angenehm kühlen Temperaturen nur von Platz vier losgefahren, hatten sich bei Halbzeit des Marathon-Rennens jedoch schon an die zweite Stelle vorgekämpft. Beim letzten Boxenstopp in Runde 138 schoben sie sich dann auch noch am bis dahin führenden Honda vorbei. Die Freude bei IMPUL war umso größer, als es zu Rennbeginn alles andere als reibungslos für das Privatteam lief. Matsuda: „In der Anfangsphase mussten wir wegen einer lockeren Radmutter einen unplanmäßigen Boxenstopp einlegen. Da wir auf einer Vierstopp-Strategie waren, musste ich danach 62 Runden am Stück fahren – was mir gottlob auch gut gelang.“ Philippe: „Nach dem frühen Problem mit der Aufhängung hatte ich schon nicht mehr an den Sieg geglaubt. Doch Tsugio fuhr heute einfach super.“

Michael Krumm musste sich am Ende trotz heroischer Schlussfahrt mit Rang vier begnügen. „Im Qualifying stand uns das Glück noch zur Seite. Weil der trainingsschnellste Honda fürs Rennen den Motor wechselte, wurde er zehn Plätze nach hinten versetzt, sodass wir die Pole-Position erbten. Im Gegensatz zu fast allen anderen Teams wählten wir eine Fünfstopp-Strategie. Masataka Yanagida, unser dritter Fahrer Dominik Schwager und ich schafften es dann auch, die Spitze lange Zeit zu verteidigen. In der 118. von 173 Runden übernahm Dominik das Steuer, als sich kurz darauf die hintere Dachverkleidung unseres GT-R löste. Sie flatterte im Wind und drohte zusammen mit dem Heckspoiler abzureißen. Das wollten wir nicht riskieren, und entschieden uns daher für eine Reparatur. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir 50 Sekunden vor den späteren Siegern…“

Der lange Boxenstopp warf den Nissan mit Startnummer 22 bis auf Patz sieben zurück. Krumm: „Ich übernahm dann das Auto von Dominik auf Platz 6 und hätte am Ende den drittplatzierten Lexus fast noch geschnappt. In den letzten zehn Runden war es so dunkel, dass ich fast nichts mehr gesehen habe. Schließlich haben wir hier keine richtigen Scheinwerfer, wie in Le Mans.“

Für Nissan war es dennoch ein rundum zufriedenstellendes Wochenende: Der GT-R gewann nach dem Saisonauftakt zum zweiten Mal auf der ehemaligen japanischen Grand Prix-Strecke, und alle fünf Teams kamen unter den Top Ten ins Ziel. Für Ronnie Quintarelli und Naoki Yokomizo reichte es im gelben YELLOW HAT-GT-R sogar zur bislang besten Saisonplatzierung.

Weiter geht es in der japanischen Super GT am 14. September in Motegi. Satoshi Motoyama, der mit Benoit Treluyer nur vier Punkte hinter dem führenden Honda-Duo liegt, gibt sich kämpferisch: „Die beiden nächsten Strecken in Motegi und Autopolis sollten dem GT-R liegen. Wir wollen Champions werden!“

ERGEBNIS
1000 km von Suzuka
Distanz: 173 Runden à 5,807 km = 1004,61 km
Wetter: leicht bewölkt, kühl, Zuschauer: 37.000

1. Matsuda/Philippe Nissan GT-R 5:56.31,327 Std.
2. Ide/Hosokawa/Matsuura Honda NSX 7,866 Sek. zur.
3. Wakisaka/Lotterer/van Dam Lexus SC 430 34,598 Sek. zur.
4. Krumm/Yanagida/Schwager Nissan GT-R 35,062 Sek. zur.
5. Quintarelli/Yokomizo Nissan GT-R 41,833 Sek. zur.
6. Iida/Wirdheim/Streit Lexus SC 430 51,810 Sek. zur.
7. de Oliveira/Ara Nissan GT-R 1.24,333 Min. zur.
8. Motoyama/Treluyer/Carbone Nissan GT-R 2.00,744 Min. zur.
9. Tachikawa/Lyons Lexus SC 430 1 Rd. zur.
10. Dumbreck/Kataoka Lexus SC 430 1 Rd. zur.

Meisterschaftsstand nach sechs von neun Läufen:

1. Michigama/Kogure Honda NSX 53 Punkte
2. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R – 4 Punkte
3. Tachikawa/Lyons Lexus SC 430 – 6 Punkte
4. Krumm/Yanagida Nissan GT-R – 6 Punkte
5. Wakisaka/Lotterer Lexus SC 430 – 8 Punkte
6. Philippe/Matsuda Nissan GT-R – 13 Punkte
7. Ide/Hosokawa Honda NSX – 14 Punkte
8. de Oliveira/Ara Nissan GT-R – 19 Punkte
Dumbreck/Kataoka Lexus SC 430 – 19 Punkte
10. Firman/Izawa Honda NSX – 34 Punkte
Tsuchiya/Ishiura Lexus SC 430 – 34 Punkte

Quelle: Nissan

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