3. LAUF ZUR JAPANISCHEN SUPER-GT-MEISTERSCHAFT

VERKEHRTE WELT IN FUJI

– Nach 500 Kilometern lag nur ein Nissan in den Punkten
– Michael Krumm geht nach drei Zeitstrafen leer aus
– GT-R durch Zusatzgewichte und Luftmengenbegrenzer stark gehandikapt

Nach zwei Doppelsiegen zum Beginn der japanischen Super GT-Meisterschaft folgte für Nissan beim dritten Lauf in Fuji die große Ernüchterung. Nach drei Stunden Renndauer kam nur der private GT-R mit Tsugio Matsuda/Sebastien Philippe unter die Top Ten; die vier anderen Nissan, darunter die beiden Werkswagen des NISMO-Teams, gingen leer aus. Grund für die in eklatantem Gegensatz zu den beiden ersten Rennen stehende Performance waren gravierende Handikaps in Form von Strafgewichten und Luftmengenbegrenzern, welche die Macher der Serie den Nissan GT-R aufbürdeten. Folge: Das Auto der auch weiterhin in der Meisterschaft führenden Paarung Satoshi Motoyama/Benoit Treluyer war pro Runde zwei Sekunden langsamer als die schnellsten Honda und Toyota.

Schon im von launischem Wetter beeinflussten Training deutete sich das Desaster an: Der schnellste GT-R von Matsuda/Philippe schaffte lediglich Startplatz zehn. Der leichteste der fünf Nissan mit de Oliveira/Ara folgte auf Position 12, während Michael Krumm sogar nur mit Rang 15 vorlieb nehmen musste. „Gerade, als wir auf Slicks gewechselt hatten und eine schnelle Runde hinlegen wollten, fing es plötzlich wieder stark an zu regnen“, erzählte Krumm.

Im über die Distanz von 500 Kilometer gehenden Rennen war es zunächst der Brasilianer de Oliveira, der bis zur Runde der ersten Boxenstopps die Nissan-Farben am besten vertrat. Zeitweise lag er auf Platz acht, nach dem Fahrerwechsel machte Partner Ara auf Rang neun weiter. Dann platzte dem Japaner in Runde 66 ein Reifen – der zusätzliche Boxenstop warf den Wagen mit Startnummer 24 bis auf Platz elf zurück.

Matsuda/Philippe kamen zunächst nur schwer in die Gänge. Nach der Startrunde auf Platz 13 zurückgefallen, kollidierte der Franzose schon in der Anfangsphase mit einem etwas zu stürmisch nach vorn preschenden Michael Krumm. Vom Schwanz des Feldes startete er dann eine Aufholjagd, der ihn zeitweise bis auf Platz sieben vorbrachte. Dann ein Dreher ohne Fremdeinwirkung in Runde 81, so langte es am Ende nur zu Platz 9 und zwei hart erarbeiteten Meisterschaftspunkten.

Beide Werkswagen hinkten ihrer Superleistung aus den ersten Rennen meilenweit hinterher. Motoyama/Treluyer blieben bereits im Qualifying mit Platz 13 weit unter ihren sonstigen Möglichkeiten. Obwohl sie im Rennen bewusst die Reifen schonten und mit einer Einstopp-Strategie wertvolle Zeit einsparten, kamen sie zu keiner Phase auch nur annähernd in den Bereich der Punkteränge.

Michael Krumm war zwar prinzipiell etwas schneller unterwegs, blickte aber auf ein desolates Wochenende zurück. Dem verpatzten Qualifying folgte ein Rennen mit gleich drei Zeitstrafen. Zunächst hagelte es nach dem Kontakt mit dem GT-R von Philippe eine Durchfahrtsstrafe. Danach wurde dem Team eine Stop-and-Go-Penalty aufgebrummt, weil Masataka Yanagida, der den mittleren Turn übernommen hatte, unter gelben Flaggen überholt hatte. Zu allem Überfluss verlor der danach wieder ins Cockpit gekletterte Deutsche nach dem Rennen auch noch den erst kurz vor der Ziellinie erkämpften Punkt für Platz zehn. Den harten Rad-an-Rad-Kampf mit dem Honda von Kaneishi ahndeten die Rennkommissare als Foul – und belegten Krumm mit einer 35-Sekunden-Strafe.

Nissan-Rennleiter Yoshitaka Iijima kommentierte das Geschehen ungeschminkt: „Das Reglement der Super GT-Serie ist nicht darauf ausgelegt, dass ein Fabrikat eine längere Siegesserie herausfahren kann. Die uns für das Rennen hier in Fuji auferlegten Handikaps wirkten sich jedoch gravierender aus als gedacht. Jetzt kann es eigentlich nur wieder aufwärts gehen.“ Und Michael Krumm ergänzte: „Vielleicht haben die Organisatoren ja erkannt, dass sie uns etwas zu stark eingebremst haben und nehmen vor dem nächsten Rennen in Malaysia wieder einen Teil der Handikaps zurück. Es wäre schön, denn in Sepang hat Nissan in den vergangenen Jahren immer gut ausgesehen.“

ERGEBNIS
500 km von Fuji
Distanz: 110 Runden à 4,563 km = 501,93 km Wetter: trocken, Lufttemperatur 23 Grad; Asphalttemperatur 35 Grad, Zuschauer: 56.900

1. Tachikawa/Lyons Lexus SC 430

3:02.28,036 Std.

2. Wakisaka/Lotterer Lexus SC 430

13,882 Sek. zur.

3. Michigami/Kogure Honda NSX

15,893 Sek. zur.

4. Ide/Hosokawa Honda NSX

16,693 Sek. zur.

5. Dumbreck/Kataoka Lexus SC 430

23,497 Sek. zur.

6. Ito/Wirdheim Lexus SC 430

32,048 Sek. zur.

7. Duval/Hiranaka Honda NSX

1.03,639 Min. zur.

8. Tsuchiya/Ishiura Lexus SC 430

1 Rd. zur.

9. Matsuda/Philippe Nissan GT-R

1 Rd. zur.

10. Kaneishi/Kaneishi Honda NSX

1 Rd. zur.

11. de Oliveira/Ara Nissan GT-R

1 Rd. zur.

12. Krumm/Yanagida Nissan GT-R

1 Rd. zur.

14. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R

3 Rd. zur.

Meisterschaftsstand nach drei von neun Läufen:

1. Motoyama/Treluyer Nissan GT-R

46 Punkte

2. Tachikawa/Lyons Lexus SC 430

– 11 Punkte

3. Wakisaka/Lotterer Lexus SC 430

– 12 Punkte

4. Matsuda/Philippe Nissan GT-R

– 26 Punkte

5. Michigama/Kogure Honda NSX

– 27 Punkte

6. Krumm/Yanagida Nissan GT-R

– 28 Punkte

7. Dumbreck/Kataoka Lexus SC 430

– 28 Punkte

8. Firman/Izawa Honda NSX

– 32 Punkte

9. Duval/Hiranaka Honda NSX

– 34 Punkte

10. Ide/Hosokawa Honda NSX

– 36 Punkte

11. de Oliveira/Ara Nissan GT-R

– 36 Punkte

15. Quintarelli/Yokomizo Nissan GT-R

– 44 Punkte

Quelle: Nissan

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